37. Folge: Der Todes-Pfleger
Shownotes
Er soll Leben retten – doch er bringt seine Patienten absichtlich in Lebensgefahr, um anschließend als Retter gefeiert zu werden. Niels Högel gilt als der wohl schlimmste Serienmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte. Seine Tatorte: die Krankenhäuser in Oldenburg und Delmenhorst. Wie konnte ein Krankenpfleger jahrelang töten, obwohl Kollegen längst misstrauisch waren? Warum führten auffällige Todesfälle und verdächtige Medikamentenfunde nicht früher dazu, dass jemand ihn stoppte? Darüber sprechen wir in dieser Folge - von den ersten Warnzeichen über den entscheidenden Verdacht am Krankenbett bis zu den Gerichtsprozessen.
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Transkript anzeigen
00:00:09: Schatten und Skandale Ein True Crime-Skandal-Podcast mit Christina Merkel und Nicolas Pinkanell.
00:00:22: Verblüffende Geschichten, schockierende Verbrechen und skandalöse Enthüllungen aus aller Welt.
00:00:30: Auf einer Intensivstation im Krankenhaus wird Zeit anders gemessen – nicht in Stunden sondern in gewisser Art und Weise in Veränderungen ein Blutdruckwert der Feld, einen Herzschlag der aus dem Rhythmus Gerät eine Infusion die fast leer ist.
00:00:44: Zwischen den Betten stehen die verschiedensten Geräte.
00:00:47: Monitorer zeichnen Linien und Zahlen auf, Pumpen geben Medikamente in genau eingestellten Mengen ab.
00:00:53: eine Pflegekraft prüft einen Zugang dokumentiert einen Wert und sieht nach dem nächsten Patienten.
00:00:59: Im Hintergrund sprechen Kollegen über die Übergabe.
00:01:02: Plötzlich ertönt ein Signal Jemand schaut sofort auf einen weiteren Bildschirm Und die Alarmglocken beim Stationspersonal gehen an.
00:01:09: Ist das ein gelöster Sensor oder braucht hier ein Mensch wirklich Hilfe?
00:01:13: Die Patienten können schwer krank sein, obwohl der Moment ruhig wirkt.
00:01:17: Manche sind wach und können sagen was sie spüren.
00:01:19: andere liegen nach einer Operation im künstlichen Koma werden beatmet und sind vollständig auf die Menschenumseherung angewiesen.
00:01:27: Das Team muss Veränderungen erkennen und schnell handeln Und es muss darauf vertrauen können dass die Medikamente am Bett genau so gegeben werden wie sie angeordnet werden.
00:01:36: Genau auf so einer Intensivstation liegt Dieter M. am Zweiundzwanzigsten Juni, zwei Tausendfünf und zwar im Klinikum Damon Horst in Niedersachsen.
00:01:45: Er ist dreiundsechzig Jahre alt schwer krank und nach Operationen im künstlichen Coma.
00:01:50: DieterM wird von einer Maschine beatmet.
00:01:52: sein Zustand ist ernst aber er ist stabil.
00:01:55: auch er bekommt Medikamente über eine Pumpe verabreicht.
00:01:59: Und plötzlich Alarm!
00:02:00: DieterM erleidet lebensbedrohliches Herzkammerflattern.
00:02:04: Mit seinem Zustand hat das allerdings rein gar nichts zu tun.
00:02:08: Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Schatten und Skandale, dieses Mal mit meinem True Crime-Fall zum Thema Medizin!
00:02:30: Beim Namen des Krankenhauses hat es bei mir dann auch schon geklingelt.
00:02:34: Und als du so beschrieben hattest, hatte ich sofort so ein beklemmendes Gefühl.
00:02:41: Lagt das jetzt am Krankenhaus oder?
00:02:43: Auch das!
00:02:44: Aber wir sind ein True Crime Podcast und im Krankenhaus gerade wenn Du im Koma liegst bist Du ja einfach den Menschen um Dich herum ausgeliefert.
00:02:58: Und im Normalfall Gehst du ja auch davon aus, dass sei es Pflegepersonal, sei's die Ärzte, die dort arbeiten.
00:03:08: Dass die ja auch nur das Beste für dich wollen?
00:03:12: Mhm.
00:03:12: Ich meine, die haben einen Eid geschworen und so ... Und du gibst ja dein Leben in die Hände dieser Personen!
00:03:21: Da wir aber ein True Crime Podcast sind, war ich sofort so, oh ...
00:03:25: Ja, das habe ich mir bei ... Also schon gedacht als ... wir den Vorschlag zum Thema Medizin bekommen haben überhaupt, dass das schon echt also grausam sein kann weil du halt eben in so einer hilflosen Lage bist.
00:03:42: Der Fall beginnt im Jahr nineteenhundert neunundneunzig am Klinikum Oldenburg genauer gesagt auf der Station zweihundert elf.
00:03:49: Das ist die kardiochirurgische Intensivstation Also der Bereich in dem Patienten nach Herzoperationen versorgt werden.
00:03:56: Die Klinik ist hoch angesehen, vor allem eben die Herzchirurgie.
00:04:00: Für Niels Högel ist es eine große Ehre.
00:04:03: Er fängt nämlich mit zweiundzwanzig Jahren genau auf dieser Station als Pfleger an.
00:04:08: Er fühlt sich zuerst sehr geschmeichelt, merkt aber schnell – die Arbeit ist extrem belastend und der Druck ist hoch!
00:04:15: Schon die erste Herzoperation ist für Högel ein traumatisches Erlebnis, er wird immer müder und vereinsamtinnerlich….
00:04:22: Trotzdem zieht er durch und stürzt sich quasi in die Arbeit ever zum festen Teil des Teams.
00:04:28: Wie man sich das vorstellen kann, kommt es auf solchen Stationen immer wieder zu Kreislaufzusammenbrüchen, Notfällen und auch Reanimationen – das Personal kennt das Ganze schon!
00:04:38: Allerdings ist etwas ziemlich komisch, denn nach und nach müssen außergewöhnlich viele Patienten reanimiert werden.
00:04:46: Das fällt auch dem Personal auf….
00:04:48: Ärzte und Pfleger der Station versuchen in einer Sonderbesprechung Licht ins Dunkeln zu bringen.
00:04:52: Auch Högel ist mit dabei, ein Ergebnis gibt es allerdings nicht!
00:04:57: Und so läuft die Zeit weiter – ungefähr einen Monat lang bis zum September, zwei Tausend
00:05:02: Eins.
00:05:02: Während einer Nachtschicht gibt es sechs Reanimationen, während des gesamten Wochenendes sind es zwölf, dazu kommen fünf Todesfälle und mittendrin Nils Högel.
00:05:17: Also das hört sich echt nach extrem viel an.
00:05:20: Ich weiß jetzt nicht, was so normalerweise...
00:05:23: Weniger!
00:05:25: Ja davon gehe ich fast aus selbst.
00:05:28: Ja okay du hast gesagt Herzchirurgie ne?
00:05:31: Also gerade da sind ja oft Operationen recht kritisch würde ich mal sagen.
00:05:38: Ja aber also während einer Schicht sechs Reanimation ist ja fast eine pro stunde mäßig das ist schon viel
00:05:47: Das ist schon sehr, sehr viel.
00:05:48: Und die hatten eine Besprechung aber da ist nichts rausgekommen und die haben nicht irgendwie vielleicht mal ... Die Dienstpläne oder so?
00:05:58: Also sie hatten eine Beschreckung, woran das denn liegen könnte was den los ist, aber es gab kein wirkliches Ergebnis.
00:06:05: ja
00:06:06: also Es war noch keinen Verdacht irgendwie da dass jemand dahinter stecken könnte
00:06:11: sowieso Ja dazu kommen wir dann.
00:06:13: später will ich jetzt vorgreifen Weil um ehrlich zu sein, könnte man diese Folge als auch einen Skandal bezeichnen.
00:06:22: Deswegen ... ja wir lassen uns mal überraschen.
00:06:27: Ich glaube du wirst große Augen machen später
00:06:29: noch.
00:06:30: Ja ich nehme mal an So wie du Nils
00:06:35: Högel Högel
00:06:37: Ein geführt hast dass er vielleicht was damit zu tun haben könnte.
00:06:41: Das ist einfach ein Pfleger der das alles beobachtet hat.
00:06:47: Högel fällt bei seinen Kollegen stark auf.
00:06:50: Er will nämlich ständig den Helden spielen, ist bei Wiederbelebungen eigentlich immer vorne mit dabei, reißt den anderen Pflegern teilweise sogar den Notfallwagen aus der Hand und es macht ihm offensichtlich auch Spaß das Reanimieren.
00:07:04: Das merken Högels Kollegen, vor allem an seinem Gesichtsausdruck Und so bekommt er sogar Spitznamen wie Sensenhögel.
00:07:11: Es entsteht außerdem eine Strichliste.
00:07:14: Dabei wird abgeglichen, wie viele Reanimationen in Wessenschichten fallen und wir haben es ja gerade schon besprochen.
00:07:21: Högel hat achtzehn Einträge weit mehr als jeder andere.
00:07:26: Er ist bei achtundfünfzig Prozent der erfassten Fälle im Dienst.
00:07:31: Die Vorbehalte gegen Högel nehmen immer weiter zu.
00:07:34: deswegen wechselt er in die Anästhesie Abteilung des Klinikums.
00:07:38: Da scheint er aber auch bekannt zu sein.
00:07:40: Der Chefarzt ruft Höge nämlich gut acht Monate später zu sich ins Büro und sagt, das Krankenhaus hat kein Vertrauen mehr in ihn.
00:07:48: Höge wird deswegen vor die Wahl gestellt entweder erwechselt in den Hohl- und Pringdienst oder erkündigt wird sofort freigestellt und bekommt für drei Monate volles Gehalt.
00:07:58: außerdem bekommt der dann ein gutes Arbeitszeugnis.
00:08:02: Toll!
00:08:03: Ja klingt gar nicht so kompliziert wenn du mich fragst
00:08:07: Schön den guten Ruf des Krankenhauses behalten oder nicht schädigen und das Problem weitergeben.
00:08:15: Ja, also Högel entscheidet sich für Letzteres bekommt ein Zeugnis in dem steht Nils Högel hat umsichtig gewissenhaft uns selbstständig gearbeitet.
00:08:25: er hat im kritischen Situationen überlegt und sachlich richtig gehandelt.
00:08:29: Dazu wurde seine Einsatzbereitschaft und sein kooperatives Verhalten ausdrücklich gelobt.
00:08:34: Der Pfleger habe die ihm übertragenen Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit erledigt, er habe das Krankenhaus auf eigenen Wunsch
00:08:41: verlassen.".
00:08:43: Jetzt mache ich aber noch den kurzen Einschub!
00:08:45: Ich glaube es ist an der Zeit zu erzählen wer Nils Högel eigentlich isst?
00:08:51: Er wird am dreißigsten Dezember nineteenhundertsechsundsiebzig in Wilhelmshaven geboren auffällig dabei, sein rechtes Ohr ist fehlgebildet von Geburt an.
00:09:00: Er ist deswegen darauf auch
00:09:01: taub.".
00:09:03: Högel wächst in einer Pflegerfamilie auf.
00:09:05: Seine Mutter ist zwar gelernte Anwaltsgehilfen, sein Vater ist aber in der Pflege und seine Oma war Krankenschwester.
00:09:12: Högel hat doch eine größere Schwester.
00:09:13: die Zahnarzt-Häferin wird – bekannt her aus Wilhelmshaven sagen deswegen es ist eine durchumdurch helfende Familie!
00:09:22: Auch Högel selbst beschreibt sein Elternhaus als warmherzig.
00:09:25: Er spielt als Junge noch gerne Fußball, bringt ordentliche Leistungen in der Schule – nicht gut, nicht schlecht einfach durchschnittlich.
00:09:33: Mitschüler und Lehrer erinnern sich an ihn als nett, fröhlich und hilfsbereit.
00:09:37: Der junge Nils ist immer mittendrin also alles andere als ein Einzelgänger.
00:09:42: mit elf Jahren entwickelt er allerdings Ängste weil seine Eltern sich für einige Zeit trennen.
00:09:49: Högels eigentlicher Traumjob ist aber nicht Pfleger, zumindest nicht zuerst.
00:09:53: Er will nämlich eigentlich Feuerwehrmann werden.
00:09:56: allerdings kommt ihm da eine Sache in die Quere er hat massive Höhenangst und deswegen ist Feuerwehr quasi ausgeschlossen.
00:10:04: Also entscheidet er sich seinem Vater zu folgen und Krankenpfleger zu werden.
00:10:08: Mit siebzehn startet Höge seine Ausbildung im Sankt Willehard Hospital in Wilhelmshaven.
00:10:14: Die stießte dann auch ähnlich ab wie die Schule nämlich mittelmäßig wird aber übernommen.
00:10:19: Nebenzu arbeitet er außerdem im
00:10:21: Rettungsdienst.".
00:10:23: Ja und wie kommt Högel bei seinen Kollegen so an?
00:10:26: Das kann man tatsächlich gar nicht so einfach sagen, denn offenbar kommt es massiv drauf an wenn man fragt.
00:10:33: Einige Kollegen nennen ihn hilfsbereit, manche Ärzte beschreiben ihn als fachlich versiert und geschickt in seiner Arbeit.
00:10:40: andere Ärzten sagen dagegen Er sei ungeeignet und wiederum andere Kollegen nenne ihn arrogant.
00:10:50: Das habe ich ja gerade schon erzählt.
00:10:58: Er fühlt sich davon eben ziemlich geschmeichelt, weil die Station einen sehr guten Ruf hat.
00:11:04: Allerdings erlebt er darauf auch etwas was er zuvor noch nicht so wirklich kannte nämlich eine Herzoperation.
00:11:12: das sei für ihn ein ziemlich belastendes Ereignis sagt Höge später Die Folge.
00:11:17: Er ist zunehmend dauermüde und fühlt sich auch immer mehr allein.
00:11:23: Nach den Vorkommnissen in Oldenburg wechselt Högel im Dezember, zwei-tausend-zwei ins Klinikum Delmenhorst – und da machen wir jetzt dann auch weiter.
00:11:34: Die Arbeit dort startet Högel ja mit einem ziemlich positiven Arbeitszeugnis.
00:11:38: was in Olddenburg also zu den Zweifeln an ihm geführt hat steht da nicht drin.
00:11:43: logischerweise Für die Menschen auf seiner neuen Station ist er deswegen auch erstmal einfach der neue Kollege, also ohne wirklichen Hintergrund.
00:11:53: Auf dieser Station in Delmenhorst liegen jetzt Patienten aus unterschiedlichen medizinischen Abteilungen – manche kommen nach einer Operation und andere werden wegen einer schweren Erkrankung auf die Intensivstation verlegt.
00:12:04: Wenn sich der Zustand eines Menschen plötzlich verschlechtert, müssen Pflegekräfte und Ärzte natürlich handeln.
00:12:12: Für sich genommen ist es aber deswegen fast noch schwerer, aus so einem Notfall abzuleiten was ihn verursacht hat.
00:12:21: Fakt ist aber die Notfälle häufen sich auch hier nach höges Ankunft.
00:12:26: das bringt natürlich auch seine Kollegen ins grübeln.
00:12:29: zuerst sehen einige in Högel jemanden der bei notfällen aber schnell zur stelle ist also mehr so diese Einsatzbereitschaft.
00:12:38: Teilweise machen sie deswegen auch Witze drüber, dass Högel ankommt und sich plötzlich Reanimationen und Todesfelder häufen.
00:12:46: Irgendwann vergehen diese Scherze aber und einige Pfleger wollen mit Högel sogar nicht mehr nachts zusammenarbeiten.
00:12:53: Auch bei Ärzten steht die Frage im Raum Wer muss wohl als nächstes reanimiert werden wenn Högel mit ihnen Nachtsschicht hat?
00:13:02: Ja jetzt musst du dir erstmal vorstellen Wenn Du arbeitest da hast dieses Gefühl, die sind verdacht und muss das aber auch irgendwie einordnen.
00:13:11: Du weißt, dass Menschen auf einer Intensivstation natürlich sterben können?
00:13:15: Du weisst auch, dass es Aber-Kollegen gibt, die bei Notfällen besonders häufig vor Ort sind.
00:13:21: Der ehemalige Oberarzt Kurt Schwender beschreibt die Situation deswegen in einem Interview mit dem NDR.
00:13:27: Folgen Erwassen.
00:13:29: Diesen Schritt zu gehen, dass jemand Patienten aktiv in diesen Zustand bringt, den war ich nicht bereit zu gehen!
00:13:34: Das ist ja... ist ja ungeheuerlich, das unterstellt man keinem.
00:13:38: Ich versteh' das so gut!
00:13:42: Weil der Gedanke ist mir auch immer wieder gekommen... ich meine ... ich glaube jeder hat mitbekommen in was für nem Ausnahmezustand Krankenhäuser vor allem Intensivstationen seit Jahren sich befinden sei es Personalmange Stress Arbeitsbedingungen you name it und ich mein Es gibt eh wie schon gesagt wahrscheinlich viele offene Stellen, die nicht nachbesetzt werden können.
00:14:11: Ich meine wenn du da neuen Kollegen bekommst möchtest du dem ja auch erst mal nichts unterstellen?
00:14:16: Du bist ja wahrscheinlich froh dass er da ist der hat ein gutes Arbeitszeugnis da denkste dir erstmal auch nichts mehr bei.
00:14:22: und wie ich auch schon vorgesagt habe die meisten Menschen die da anfangen zu arbeiten wollen ja auch einfach schlicht menschen helfen.
00:14:31: Ja also ich weiß jetzt nicht wie die Personalsituation so zwischen Neunundneinzig und in dem Fall so zwei tausend hier war.
00:14:40: Aber natürlich sind deine Kollegen, die sind aus den bestimmten Grund da.
00:14:45: Und selbst wenn du jetzt kein Pfleger bist um anderen irgendwie zu helfen oder keine Ahnung das sind ja immer noch quasi deine Mitmenschen, denen du nicht unterstellen willst dass sie irgendwie Leute in Gefahr bringen oder töten oder sonst irgendwas.
00:15:02: also dieser Schritt von Borchie geht was vor bis hin zu hey der bringt rein, weil sie Leute um ist halt ein großer.
00:15:11: So und das... Ist ja auch das was er da gesagt hat.
00:15:14: also vor allem diese ganzen Erlebnisse schätze ich mal bringen dich halt auch unfassbar zusammen.
00:15:21: Natürlich suchst du da auch erstmal nach anderen Erklärungen?
00:15:24: Ja!
00:15:26: Und wenn Du alle Anderen ausgeschlossen hast dann kommst Du halt an diesem Punkt wo Du sagst ne da kann irgendwas ganz Gewaltig nicht stimmen.
00:15:35: Ja, aber so oder so.
00:15:38: auch vor ... ... zwanzig, fünfundzwanzig Jahren war das ja ein harter Job?
00:15:42: Jaja!
00:15:42: Das wird auch glaub ich sich nicht ändern.
00:15:47: So gehen die Jahre dahin bis zum Jahr ... ... zwei tausend vier.
00:15:50: Höges Leben besteht in dieser Zeit nicht mehr nur aus der Klinik.
00:15:54: Er heiratet und bekommt eine Tochter.
00:15:57: bei ihrer Geburt läuft allerdings etwas schief Und das Leben des Kindes ist sogar ein Gefahr.
00:16:02: Högelte er schon Hunderte Reanimationen durchgeführt hat, gefühlt.
00:16:07: Fühlt sich machtlos.
00:16:08: er kann ja oder konnte da überhaupt nichts
00:16:11: tun.
00:16:13: In der Zeit danach ist Högel vom Familienleben zunehmend überfordert.
00:16:17: Er lässt deswegen seine Frau oft allein zu Hause und stürzt sich förmlich in die Arbeit.
00:16:22: Wenn er nicht an der Klinik ist dann fährt er bei der Rettungswache des roten Kreuzes mit.
00:16:27: Von außen betrachtet läuft der klinikbetrieb aber ganz normal weiter.
00:16:30: Patienten werden aufgenommen behandelt und verlegt Pflegekräfte beginnen und beenden ihre Schichten.
00:16:37: Die Zahl der Notfälle pendelt sich auf einem extrem hohen Niveau ein, eine spätere Auswertung zeigt... kann man jetzt nicht sagen, dass er für alle davon oder für alle Fälle verantwortlich gemacht werden kann.
00:17:07: Aber es ist zumindest ein Muster erkennbar was außerdem aus der Auswertung hervorgeht zwischen zwei tausendzwei und zweitausend vier steigt der Verbrauch von dem Medikament Gilo Rhythmal um das siebenfache an.
00:17:21: Das wird eigentlich eingesetzt wenn das Herz aus dem Rhythmus gerät weil der Wirkstoff darin quasi in die elektrischen Signale des Herzens eingreift.
00:17:30: Falscheingesetzt kann es deswegen aber auch genau diese Rhythmusstörungen auslösen.
00:17:37: Anfang Mai, zwei Tosen fünf stirbt ein weiterer Patient auf der Station.
00:17:41: Dieses Mal findet einen Pfleger allerdings leere Ampullen wo zuvor Gilo-Rhythmal drin war.
00:17:46: Darüber sprechen die Pflega natürlich so dass auch die stellvertretende Stationsleitung davon erfährt und bei ihr klingeln dabei tatsächlich auch die Alarmglocken.
00:17:56: Ihr vorgesetzter der Stationsleader sagt ihr allerdings Sie soll sich mit solchen Verdächtigungen zurückhalten und ihre Zuständigkeiten nicht überschreiten.
00:18:06: Das Personal, wie etwa eine Krankenschwester wird später dazu sagen – man hätte ihnen das Maul verboten!
00:18:13: Und während eben dieses Misstrauen weiter wächst gehen die Taten weiter.
00:18:18: Eine Patientin stirbt am twenty-zichsten Mai, am fünfundzwanzigsten Mai und ersten Juni bekommen weitere kranke unerlaubte Medikamente, die sie daraufhin in Gefahr bringen….
00:18:29: Und dann kommt der zweiundzwanzigste Juni, zweitausendfünf.
00:18:33: Die Spätschicht beginnt.
00:18:34: Dieter M., den du und ihr ja schon vom Anfang kennt liegt in Zimmer sechs der Damon Horster Intensivstationen.
00:18:41: Er ist dreiundsechzig Jahre alt, kommt aus Bremen und war Justizvollzugsbeamter.
00:18:46: er hat Lungenkrebs, zwei lange Operationen und einen Luftröhrenschnitt hinter sich.
00:18:51: Er liegt im künstlichen Koma.
00:18:53: Sein Zustand ist schlecht zu diesem Zeitpunkt aber stabil.
00:18:57: Vier Pflegekräfte und ein Praktikant sind aktuell auf der Station im Einsatz.
00:19:02: Ein Pfleger steht mit dem Praktikanter am Dieter-M Spett, sie tauschen Teile des Beatmungssystems aus was in ganz normaler Vorgang ist und dann gehen Sie wieder aus dem Zimmer.
00:19:12: Und plötzlich öffnet sich die Tür wieder.
00:19:15: Nils Högel kommt rein.
00:19:17: Er hat schon eine aufgezogene Spritze mit vierzig Milliliter Kilometer Mal in der Ketteltasche und spritzt sie Dieter M ohne dass er das als Pfleger dürfte oder dass dieser das bräuchte.
00:19:28: Außerdem schaltet Högel den sogenannten Perfuso ab, der Dieter M mit einem kreislaufstabilisierenden Medikament versorgt – genauso wie den Ton des Monitoralarms.
00:19:39: Es sollte ein Nachmittag werden, wie Högel ihn schon zigmal erlebt hat.
00:19:43: Allerdings kommt in dem Fall jetzt eine Kollegin zurück!
00:19:46: Sie will eine Verpackung aus dem Abfall holen um die Artikelnummer für eine Nachbestimmung aufzuschreiben.
00:19:51: Stattdessen sieht sie aber Högel über dem Bett des Patienten stehen, außerdem fällt ihr die Notlage auf und dass der Perfusor auf Null steht.
00:20:00: Da macht Högel den Mund auf und sagt zu ihr ganz trocken – dein Patient hat keinen Druck mehr!
00:20:07: Als die Kollegin nach dem Perfuser fragt, sagt Höge nur «Ich hab nichts verändert».
00:20:12: Vielmehr Zeit bleibt da auch nicht mehr, Dieter Ems Blutdruck fällt, er bekommt eine schwere Rhythmusstörung.
00:20:18: Die Kollegin ruft einen weiteren Pfleger zur Hilfe und sie startet mit den Wiederbelebungsmaßnahmen.
00:20:23: Sowohl der Blutdruck als auch der Kreislauf stabilisieren sich zunächst wieder, gut eineinhalb Tage später stirbt Dieter M allerdings.
00:20:31: Aber das Högel in diesem Zimmer war, wumpt die Kollegin?
00:20:35: Also sammelt Sie Spuren!
00:20:37: Genau um vierzehn Uhr fünfzehn nimmt sie DieterM Blut ab und kontrolliert danach den Medikamentenvorrat.
00:20:43: Zu Schichtbeginn hatte sie da sieben Kilo Rhythmal am Polen gesehen.
00:20:47: Jetzt sind es nur noch zwei.
00:20:49: Sie ruft den anderen Pfleger, der bei der Reanimation geholfen hat und der findet vier der fehlenden fünf Lehren am Polen oben im Müll der Stationszentrale.
00:20:58: Die Untersuchungen in der Blutprobe bestätigen dann zwei Tage nach dem Vorfall – Dieter M. hat das Medikament tatsächlich verabreicht bekommen.
00:21:07: Kurz darauf findet ein Führungskräfte-Meeting statt.
00:21:10: aus dem angehenden Spähtienst wird Högel allerdings nicht genommen, denn es ist seine letzte Schicht vor seinem Urlaub.
00:21:17: Eine Entscheidung über die Konsequenzen soll es danach geben.
00:21:21: So tritt Högel seine letzte Schicht in der Klinik an und schlägt auch da noch mal zu, er verabreicht einer Patientin ein weiteres Mittel – trotz Reanimation stirbt sie!
00:21:30: Daraufhin fährt Högel mit seiner Familie in den Urlaub in die Niederlande.
00:21:35: Gut eine Woche nach dem Fall Dieter M. erstattert der damalige Chefarzt in diesem Fall Anzeige.
00:21:47: Zuerst aber nur wegen gefährlicher Körperverletzung.
00:21:50: Daraufhin wird ein Ermittlungsverfahren, wegen des Verdachts-Aber auf versuchten Mord auch eingeleitet.
00:21:55: Es folgen Durchsuchungen und Vernehmungen, ehe Högel am achten Juli in Untersuchungskraft kommt.
00:22:02: Die Ermittler wissen bereits, Högel hat DTM einen nicht angeordneten Herzmedikament gegeben – sie wissen auch dass DTM am folgenden Tag gestorben ist.
00:22:12: Aber ob dieses Medikament seinen Tod verursacht hat?
00:22:15: Ist eine eigene Frage!
00:22:17: Die Polizei schaut sich also die Vorgänge auf der Station genauer an.
00:22:21: Sie befragt zum Beispiel Kollegen, die schildern dann wie sie nach Dieter Ems Zusammenbruch Blut abnehmen, am Pullen nachzählen und leere Behälter im Abfall finden.
00:22:30: Die Ermittler prüfen Krankenakten und vergleichen, wie viel Gilo Rhythmal das Krankenhaus bestellt und verbraucht hat.
00:22:36: Dabei fällt ihnen das auf – was ich eben schon vorher erwähnt habe -, dass im ersten Halbjahr, zweitausendfünf ungewöhnlich viel von diesem Medikament verwendet wurde!
00:22:46: Sie sprechen auch mit Ärzten bei Högels alter Arbeitsstätte in Oldenburg.
00:22:50: Der Verdacht liegt natürlich nahe, dass Högel auch dort etwas getan haben könnte aber ein Verdacht ist halt eben kein Beweis für weitere mögliche Tötungen.
00:23:01: Bei einer Vernehmung gibt Högel dann sogar zu Dieter M. Gilo Rhythmal gegeben zu haben.
00:23:07: Aber er sagt das war eher so aus dem Klinikalltag heraus Der Patient habe eine Herzrhythmusstörung gehabt, ein Arzt sei nicht schnell genug erreichbar gewesen.
00:23:16: Deswegen habe er selbst
00:23:18: gehandelt.".
00:23:18: Während die Ermittlungen noch andauern sorgt eine Entscheidung des Gerichts aber für Fragen vor allem bei vielen Medien – nach gut zweieinhalb Monaten in U-Haft kommt Högel nämlich frei!
00:23:30: Das Oberlandesgericht lässt zwar den Haftbefehl bestehen, setzt ihn aber außer Vollzug.
00:23:35: der Grund, die Richter halten es wegen seiner sozialen Bindungen für möglich das Verfahren auch ohne weitere Untersuchungshaft zu sichern.
00:23:42: Also bedeutet auf gut Deutsch, es gibt zum Beispiel keine Fluchtgefahr.
00:23:48: Anfang Februar, zwei Tausend Sechs erhebt die Staatsanwaltschaft an Anklage.
00:23:52: Ihr Vorwurf lautet Versuchter Mord an Dieter M. Und das sorgt für Empörung Denn die zahlreichen anderen Todesfälle und Auffälligkeiten wurden von der Staatsanwalt schafft erst mal nicht zum Anlass für eine Anklager genommen.
00:24:07: Vor Gericht geht es also nur um Dieter M, den einen Patienten an dessen Bett Högel erwischt wurde.
00:24:13: Der Prozess startet im Oktober.
00:24:15: Die Frage ist was hat Högel genau getan und was wollte er damit erreichen?
00:24:20: Das Gericht stellt nochmal den genauen Ablauf fest.
00:24:23: Högel verabreicht Dieter m das Herzmedikament Geht kommt eine halbe Stunde später zurück und stellt dann die Pumpe mit dem Kreislauf Medikament ab.
00:24:32: Dass es irgendeine Notwendigkeit für irgend etwas davon gab Wie Högel das bei der Polizei ja geschildert hatte, stellt sich als haltlos heraus.
00:24:41: Nach rund zwei Monaten verkündet das Landgericht dann sein Urteil.
00:24:45: Fünf Jahre Haft wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzungen dazu fünf Jahre Berufsverbot.
00:24:53: Also um das einzuordnen es geht nicht um Fahrlässigkeit oder so.
00:24:58: die Richter haben schon einen Angriff auf das Leben von Dieter im Gesehen für eine Verurteilung wegen Versuchten Mordes habe es aber kein Mordmerkmal als erfüllt gesehen.
00:25:10: Es wäre ja in dem Fall Heimtücke, aber DTM lag seit langer Zeit im Koma und so komisch das jetzt klingt...
00:25:18: Ja dann kann man nicht arg und wehrlos sein.
00:25:19: Genau heimtücke setzt voraus dass jemand arglos ist und das dann ausgenutzt wird.
00:25:24: Aber wer im coma liegt kann nicht arg los sein.
00:25:29: Manchmal finde ich unsere mordmerkmale echt beschissen.
00:25:34: durft gesagt also Weil warum, wenn du jemanden im Schlaf tötest erfüllt es ja das Mordmerkmal der Heimtücke.
00:25:45: Warum ist es im Koma nicht so?
00:25:46: Weil im Komo bist du eigentlich noch mehr ausgeliefert weil du kannst ja nicht mal von alleine aufwachen.
00:25:53: Ja richtig also Es ist halt auch einfach nur ein Begriff eine Definition die dass jetzt quasi so in die Richtung gelenkt hat
00:26:05: und sie haben jetzt erst einmal Den Fall Dieter M. verhandelt?
00:26:10: Mhm.
00:26:12: Aber die Ermittlungen in den anderen Fällen gehen hoffentlich noch weiter, oder
00:26:16: ... Ja, also bei DieterM war es ja auch nur versuchter Totschlag.
00:26:21: Das kommt ja noch dazu.
00:26:23: Weil der Tod dann eineinhalb Tage später eingetreten ist.
00:26:27: Man kann nicht zweifelsfrei feststellen, ob jetzt Högel den Tod für Ursacht hat oder die schwere Krankheit.
00:26:33: Mhm.
00:26:34: Es geht tatsächlich auch in diesem Fall noch weiter.
00:26:38: Högel muss nämlich auch weiterhin nicht in Haft, weil sowohl er als auch die Frau von DTM ziehen – also sie als Nebenklägerin – vor den Bundesgerichtshof.
00:26:50: Deswegen ist das Urteil noch nicht recht kräftig.
00:26:52: Er bleibt also weiter auf reim Fuß und die Entscheidung des Bundesgerichtsshofs ist ziemlich interessant.
00:27:00: Die lautet nämlich, dass erst Urteil hat in zwei Richtungen Rechtsfehler.
00:27:06: Zum einen ist der Tötungsvorsatz nicht sauber begründet.
00:27:10: Högel soll ja einen Notfall ausgelöst haben, um sich bei der Rettung irgendwie wichtig zu machen.
00:27:15: damit er das schafft muss der Patient aber ja überleben.
00:27:19: also das war quasi dieser Widerspruch.
00:27:24: dieses Argument kommt eben Högels Revision zugute.
00:27:28: Zweitens hat das Land gerecht, laut dem Bundesgerichtshof aber auch das Mordmerkmal Heimtücke zu schnell ausgeschlossen.
00:27:35: Also dass wir rüber wie uns jetzt gerade beschwert haben.
00:27:38: Es stimmt zwar ein Mensch im tiefen Koma kann keinen arg wohnbilden Aber es gab ja auch noch andere Schutzbereite Pflegekräfte und die waren in der Nähe Und haben nicht damit gerechnet, dass ihr Kollege gleich einen Patienten angreift.
00:27:52: Damit hat also auch das Argument der Nebenklage in Form von Dieter Ems Frau Erfolg.
00:27:58: Also, diese Arglosigkeit kann also schon ausgenutzt werden quasi.
00:28:04: Dass die Kollegen arg los waren?
00:28:07: So steht es drin ja!
00:28:09: Okay da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen.
00:28:10: okay
00:28:12: Der BGH hebt das Urteil also auf.
00:28:14: Die Feststellung zum Tatablauf lässt er aber ausdrücklich bestehen heißt Es ist so passiert wie geschildert.
00:28:22: Nur rechtlich muss das Ganze ein bisschen anders eingeordnet werden.
00:28:26: Also geht der Fall zurück an eine andere Strafkammer des Landgerichts Oldenburg.
00:28:32: Die zweite Hauptverhandlung startet im Mai, also gut eineinhalb Jahre nach dem ersten Schuldspruch und geht bis Ende Juni.
00:28:40: Diesmal verurteilt das Landgericht Högel wegen versuchten Mordes- und gefährlicher Körperverletzungen zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis.
00:28:47: dazu kommt ein dauerhaftes Berufserbot Und dieses Urteil wird dann trotz der Revision von Höge rechtskräftig.
00:28:55: Ein dauerhaftes Berufsverbot finde ich auch sehr, sehr sinnvoll.
00:28:59: Ich dachte es mir auf fünf Jahre Berufs-Verbot.
00:29:01: Danke dafür!
00:29:01: Ja
00:29:02: also...
00:29:04: Also ich schätze mal dass es eh dann kein Krankenhaus gibt was sie noch anstellen würde.
00:29:11: Aber ja also dieses dauerhafte Berufs Verbot find' ich auch relativ sinnvoll.
00:29:17: Mit diesem Urteil war's das jetzt noch nicht dieser Fall Denn er macht natürlich die ganze Zeit schon ordentlich Schlagzeilen Und immer mehr wundern sich über die Todesfälle von Angehörigen, bei denen sie dachten, dass es eigentlich ein natürlicher Tod war.
00:29:33: Das hatte ich auch die ganze Zeit im Hinterkopf ... Wie schlimm das für die Angehöhrigen sein muss?
00:29:40: Weil du hast ja schon mit dem Tod vielleicht eines Familienmitglieds irgendwie abgeschlossen.
00:29:47: Dann denkst du aber nach und findest dann heraus Warte Dieser Pfleger, der gerade überall in den Medien ist ... war zu der Zeit, wo mein Angehöriger in dem Krankenhaus war auch
00:30:01: dort.
00:30:02: Ja.
00:30:03: Wie schlimm muss das denn sein?
00:30:07: Ziemlich schlimm!
00:30:09: Also ich hab tatsächlich jetzt auch den Fall einer Betroffenen, die sich dann dafür eingesetzt hat.
00:30:16: Nämlich Katrin Lohmann.
00:30:24: Durch die Berichterstattung über den Fall erfährt sie von Högel und Weiß, der muss auch in der Nacht Dienst gehabt haben, in der ihre Mutter gestorben ist.
00:30:32: Lohmann erstattet Anzeige, Sie will den Fall untersuchen lassen.
00:30:36: Also drängt sie auf eine Exhumierung, spricht das die Leiche noch mal untersucht wird?
00:30:40: Sie fragt deswegen immer wieder bei der Staatsanwaltschaft nach bekommt dabei aber den Eindruck abgewiesen zu werden.
00:30:47: vor allem ein Gespräch trifft sie hart.
00:30:50: darin sagt er Staatsanwalt sinngemäß was sie eigentlich will.
00:30:54: Högel ist doch schon verurteilt und eine Exhumierung ist teuer, also muss man jetzt hinzufügen das sind ihre Aussagen.
00:31:01: die Staatsanwaltschaft äußert sich dazu nicht aber ja.
00:31:07: Ja selbst wenn der Wort laut nicht gestimmt hat.
00:31:11: ich meine wenn eh schon der Verdacht nahe liegt dass högel noch mutmaßlich vielleicht noch an mehr toden nicht beteiligt aber diese verursacht haben könnte dann ist es doch auch nicht... Also aus meinem persönlichen Gerechtigkeit zu finden heraus würde ich jetzt nichts sagen, dass dann siebeneinhalb Jahre eine angemessene Freiheitstrafe sind.
00:31:37: Vor allem weil's in Deutschland ja durchaus auch so ist das hier kaum immer die komplette Zeit abgesessen wird.
00:31:42: Ja dein Gerechtigkeitssinn wird sich freuen.
00:31:47: Im Jahr zwei tausend neun ist es tatsächlich soweit und die Mutter von Lomand wird exhumiert.
00:31:53: Dabei tauchen auch Rückstände von Eimerlin auf.
00:31:57: Das ist der Wirkstoff von Guillorytmal.
00:32:00: Krass, dass er so lange nachgewiesen werden kann!
00:32:03: Fällt mir gerade so zwischendrin auf.
00:32:05: Ja voll.
00:32:06: Mir auch gedacht.
00:32:07: Also gut... Für die Ermittlungen ist das ein wichtiger Befund.
00:32:11: Allerdings muss noch geprüft werden wer das Medikament wann verabreicht haben könnte und natürlich ob das auch irgendwie einen Sinn hatte.
00:32:18: Währenddessen arbeiten Polizisten weitere Auffälligkeiten aus der Dämenhorster Intensivstation auf.
00:32:25: Sie gleichen Sterbefälle, Högelstdienstzeiten und den Verbrauch von Gilo-Rhythmal miteinander ab – dabei merken sie die Todesfälle häufen sich während Högelsdienstzeit und auch das Medikament wird während seiner Beschäftigung besonders stark verbraucht.
00:32:41: Allerdings dauert es noch bis zu einem neuen Prozess kommt trotz des abgeschlossenen Verfahrens, trotz der Exhumierungsberichte und den Ermittlungsergebnissen.
00:32:52: Dazu kommen in Zwei Tausend Zwölf die Aussagen von Högels Mitgefangenen, die behaupten nämlich dass er vor ihnen mit weiteren Tötungen geprahlt hat.
00:33:02: Nun kann sich hervorstellen wie das jetzt auch für die Kathrin Lohmann ist, nämlich ein Desaster weil sie sind es eben nicht nur Akten.
00:33:10: Sie hat ihre Mutter verloren einen Verdacht gemeldet und auf unsere Suchungen gedrängt.
00:33:16: Ihre Anwältin sagt deswegen später, ohne Lomanz-Hartnäckigkeit wäre es vermutlich nicht zu einem weiteren Urteil gekommen.
00:33:24: Denn im September ist ein weiterer Prozess gegen Högel und zwar diesmal wegen fünf weiteren Fällen von Damon Horst.
00:33:33: Dreimal lautet der Vorwurf Mord, zweimal versucht er Mord – Oldenburg ist tatsächlich auch immer noch kein Thema!
00:33:41: Sieben Jahre nach ihrer Anzeige sitzt Kathrin Lohmann jetzt als Nebenklägerin im Gerichtsaal.
00:33:47: Der Prozess findet im großen Saal des Landgerichts statt.
00:33:50: Im Zuschauerbereich sind Angehörige von Patienten, die im Klinikum Delmenhorst gestorben sind darunter auch die Ehefrau von Dieter M., Högel kommt mit einem Aktendeckel vor dem Gesicht in den Raum.
00:34:02: Schon jetzt häufen sich aber Hinweise dass es nicht nur bei diesen fünf Krankengeschichten bleiben wird.
00:34:09: Frühere Kollegen aus Oldenburg und Damon Horst werden zu Högels Verhalten befragt.
00:34:14: Sie berichten, dass er auffällig häufig bei Reanimationen dabei gewesen sei – eine frühere Damon-Horster-Kranken-Schwester beschreibt zum Beispiel einen Notfall den sie sich bis dahin nicht erklären konnte.
00:34:25: Sie habe eine Patientin in stabilem Zustand verlassen und bei ihrer Rückkehr Högel an ihrem Bett vorgefunden.
00:34:32: Da hatte die Frau plötzlich Herzkammer flattern!
00:34:35: Andere ehemalige Mitarbeiterinnen schildern, wie sich die Stimmung auf der Station verändert habe.
00:34:40: Anfangs hätten sie noch über die vielen Todesfälle geschärzt.
00:34:44: Später hätten manche nicht mal mehr mit Högel Nachtdienst machen wollen.
00:34:48: Dazu kommen medizinische Befunde – bei exonierten Patienten wurden Rückstände von Kilo-Rhythmal gefunden.
00:34:54: das ist aber wie gesagt alles ein bisschen schwierig weil man das mit Unterlagen und Högeschichten auch zusammenführen muss.
00:35:02: Außerdem treten mitgefangene von Högel als Zeugen auf, die Aussagen.
00:35:07: Er habe ihnen gegenüber von weiteren Tötungen gesprochen.
00:35:10: Die Zahlen in den Schilderungen unterscheiden sich allerdings.
00:35:13: Ein Zeuge berichtet von fünf ein anderer von acht einen dritter Schreibtögel die Äußerung zu er habe bei fünftig Aufgehör zu zählen.
00:35:22: Fünfzig ist schon ist schon krass.
00:35:25: ja
00:35:25: also wie gesagt man das sind halt Pralereien im Gefängnis.
00:35:29: quasi kann den Wahrheitsgehalt jetzt nicht wirklich verifizieren, aber es sind zumindest mal Aussagen die aufheuchen lassen.
00:35:38: Ja, weil selbst die Zahl fünfzig nachdem was du erzählt hast wie die Zahl der Notfälle in die Höhe geschossen ist oder auf jeden Fall angestiegen ist, ist ja auch nicht vollkommen undenkbar.
00:35:53: Ja vor allem über Jahre also erst neunundneinzig auf die Station gekommen und zwei tausend fünf war dann Der Fall Dieter M., also sechs Jahre.
00:36:04: Das ist schon eine Nummer!
00:36:05: Während im Saal über die fünf angeklagten Fälle verhandelt wird, gehen außerhalb die Ermittlungen weiter.
00:36:15: Im November hier wird die Sonderkommission Cardio eingerichtet.
00:36:19: Sie soll Sterbefälle aus Högels früheren Tätigkeitsbereichen systematisch prüfen.
00:36:26: Ein Zeuge wird bei dem Prozess währenddessen mit besonderer Spannung erwartet und zwar ein Psychologe.
00:36:32: Högel hat ihm ungefähr dreißig Todesfälle und sechzig weitere Manipulationen mit anschließender, erfolgreicher Reanimation in Dämenhorst geschildert.
00:36:41: Das bestätigt Högel tatsächlich auch gut einen Monat später selbst vor Gericht.
00:36:46: Der Gutachter versucht auch zu erklären was Högel an diesen Situationen gesucht haben könnte.
00:36:52: Demnach hatte er einen besonderen Kick beschrieben wenn er Anerkennung für eine gelungene Reanimationsbekommen hat.
00:36:59: Gleichzeitig habe Högel aber auch Ängste und Depressionen.
00:37:02: An seiner Schuldfähigkeit ändert das für den Gutachter aber nichts.
00:37:11: Das Landgericht spricht Högel in den Fünffällen schuldig, zweimal Mord, zweimal Versuch.
00:37:16: der Mord jeweils in Tarteinheit mit gefährlicher Körperverletzung und einmal nur gefährliche Körperverlettung.
00:37:24: Unter Einbeziehungen der Prüeren für Urteilung muss Högel jetzt lebenslang enhaft.
00:37:29: Das Gericht stellt außerdem die besondere Schwere der Schuld fest und verhängt ein dauerhaftes Berufsverbot für Tätigkeiten in der Pflege- und im
00:37:36: Rettungsdienst.".
00:37:38: Was sagst du jetzt?
00:37:39: Ja, das ist jetzt angemessen!
00:37:42: Ich weiß nicht ob du noch weitererzählst oder wie viele Todesfälle dann wirklich als bestätig gelten... Oder war es das jetzt praktisch mit dem zweiten
00:37:49: Wort?
00:37:49: Nee, es war's noch nicht.
00:37:51: Okay aber Stand jetzt wissen wir ja nicht, wirklich bestätigt waren.
00:37:59: Ja, zwei Morde und ich meine schon für einen Mord gibt es ja lebenslänglich.
00:38:04: Während des Prozesses wurde er aber schon klar.
00:38:05: okay wahrscheinlich.
00:38:08: Kommt da noch was?
00:38:08: Ja kommt da noch etwas sehr genau richtig wie viel Leid er verursacht nur weil er ja in Anführungsstrichen den Kick gesucht hat.
00:38:17: weißt du oder irgendwie keine Ahnung?
00:38:19: Anerkennung weil er dann jemanden gerettet hat.
00:38:23: Ich finde das einfach Ganz, ganz schrecklich.
00:38:25: Vor allem weil sich die Menschen denen er das angetan hat ja nicht wehren konnten.
00:38:31: Die sind da einfach ausgeliefert und können nichts machen, weil sie im Koma liegen.
00:38:39: Und auch als Angehörige.
00:38:40: du denkst okay mein Freund, mein Partner, meine Tante, Onkel ist da in sicheren Händen.
00:38:51: einen besseren Ort für eine Person, die in so einer Notlage ist gibt es ja einfach nicht.
00:38:57: Und du gehst ja auch einfach davon aus okay da wird sich um die Person gekümmert.
00:39:03: ich finde das wirklich ganz schrecklich.
00:39:05: Auch nach dem Urteil ermittelt die Soco-Kadio weiter.
00:39:10: viele Familien warten nämlich noch auf Gerechtigkeit.
00:39:13: Für viele andere Angehörige beginnt die Suche nach einer Antwort erst jetzt.
00:39:18: Auch der Standort Oldenburg rückt jetzt in den Blick, wo Högeljahr gearbeitet hat bevor er nach Delmenhorst gegangen ist.
00:39:24: Die Arbeit ist allerdings aufwendig und für die Angehörigen ziemlich belastend.
00:39:29: Ermittler lassen hunderte Gräber öffnen damit Rechtsmediziner nach Medikamentenrückständen suchen können.
00:39:35: bei manchen Verstorbenen ist eine Untersuchung wegen einer Feuerbestattung allerdings auch schon nicht mehr möglich.
00:39:43: Außerdem suchen die Ermittler nicht mehr nur nach Rückständen von Kilo-Rhythmal, denn bei weiteren Vernehmungen hat Högel auch ein weiteres Medikament als Tatmittel eingeräumt.
00:39:52: Deswegen müssten weitere kranken Unterlagen nochmal ausgewertet und zusätzliche Gutachten eingeholt werden.
00:40:00: Im August zehn Polizei und Staatsanwaltschaft dann eine Zwischenbilanz der Sonderkommission.
00:40:06: Bis dahin sind einhundert vierunddreißig Verstorbene auf siebenundsechzig Friedhöfen exhumiert, weit über fünfhundert Patientenakten und mehr als achthundert Rettungsdienstprotokolle überprüft worden.
00:40:18: Die Staatsanwaltschaft hat dreihundertzweiunddreißig Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts eingeleitet.
00:40:24: Bei insgesamt neunzig Tötungen ist die Beweislage schon so stark dass man sie högel zuordnen könnte wobei die sechs Welle aus den beiden Urteilen da schon mit eingerechnet.
00:40:34: Die Sonderkommission wird Ende August, zwei Tausend Siebzehn aufgelöst.
00:40:40: Im Januar drauf erhebt die Staatsanwaltschaft eine neue Anklage.
00:40:44: Diesmal wirft sie Höge siebenundneunzig weitere Morde vor.
00:40:49: Bis zum Prozessbeginn kommen dann noch sogar drei weitere Fälle dazu.
00:40:54: als die Verhandlung eröffnet wird stehen deshalb einhundert Mordvorwürfe im Raum Taten in den Kliniken Oldenburg und Damon Horst.
00:41:03: Allerdings gibt es bei diesem Prozess jetzt noch ein weiteres Problem.
00:41:07: Nämlich, wo soll er stattfinden?
00:41:11: Mehr als hundert Angehörige sind als Nebenkläger beteiligt – dazu kommen ihre Anwälte, Verteidigung, Staatsanwaltschaft, Gericht, Presse, Publikum und so weiter….
00:41:20: Das Landgericht Oldenburg hat dafür nicht genug Platz!
00:41:23: Deswegen werden die Festsäle der Weser-Emshain für den Prozess zum Gerichtsaal umgebaut.
00:41:29: Ab Oktober, der Prozess ging den wohl größten Serienmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte auf siebenhundert Quadratmetern und dreihundertfünfzig Stühlen statt.
00:41:40: Wo sonst Feiern und Veranstaltungen stattfinden?
00:41:44: Der Auftakt startet mit einer Schweigeminute.
00:41:47: Der Richter sagt in Angehörigen das Gericht werde nach der Wahrheit suchen.
00:41:51: er stellt der Bau schon mal klar.
00:41:52: womöglich kann es nicht jede Frage beantworten.
00:41:56: Allein das Verlesen der Vorwürfe dauert jetzt fast eineinhalb Stunden.
00:42:01: Auf die Frage, ob die größtenteils zutreffen, antwortet Högel ganz trocken mit Ja?
00:42:07: Allerdings ergänzt er dass er an manches keine Erinnerung mehr hat.
00:42:20: In den folgenden Monaten werden wieder Patientenunterlagen, rechtsmedizinische Befunde, Gutachten- und Zeugenaussagen geprüft.
00:42:28: Dabei geht es auch um frühere Warnzeichen – wer hat ungewöhnliche Notfälle bemerkt?
00:42:33: Wer hat über auffällige Werte gesprochen?
00:42:35: Was wurde damals weitergegeben?
00:42:38: Auch Högls eigene Aussagen werden geprügt.
00:42:41: Ein Aussagepsychologe sagt, Högl hätte eine hohe Bereitschaft falsch auszusagen!
00:42:46: Er kritisiert, dass Högel Schilderungen der jeweiligen Beweislage angepasst hat.
00:42:52: Letztendlich spricht das Landgericht Högel aber im Juni-Scheinzehnt neunzehn schuldig – Mord in fünfundachtzig Fällen, Freispruch in fünfzehn.
00:43:01: Högel bekommt eine weitere lebenslange Freiheitsstrafe, das Gericht stellt die besondere Schwere der Schuld fest und verhängt auch ein lebenslanges Berufsverbot.
00:43:10: Auch nach diesem Urteil bleibt allerdings die genaue Zahl weiter unklar wie viele Menschen Högel tatsächlich getötet hat.
00:43:17: Also das kann man auch bis heute nicht genau sagen.
00:43:21: Ja, das du ja schon auch erwähnt ne wegen Einerscherungen und so da kannst du es dann auch nicht mehr nachweisen?
00:43:27: Ja und halt auch wie viele Reanimationen jetzt wirklich notwendig waren, wie viel er selbst eingeleitet hat.
00:43:35: also da könnte einfach eine extrem hohe Dunkelziffer noch stehen.
00:43:41: wird denn auch in irgendeiner Form die Klinik in Oldenburg zur Verantwortung gezogen.
00:43:47: Weil ich meine, sie hatten ja schon Verdachtsmomente und die wollten ihn ja loswerden.
00:43:52: Die haben ihm aber die Option angeboten hey du wenn du gehst stellen wir dir sogar ein super Arbeitszeugnis zur Verfügung.
00:44:02: also die sind ja wohl davon ausgegangen dass da mit dem was nicht stimmt sonst hätten Sie ihn ja nicht raus geworfen ist falsch.
00:44:13: aber
00:44:16: gut dass du mein skript ja nicht vorher liest weil das kommt
00:44:21: jetzt.
00:44:22: Weil das hat mich auch schon die ganze zeit beschäftigt.
00:44:24: sehr gut,
00:44:25: es bleibt natürlich die frage wie genau das alles überhaupt so passieren kann warum man über jahre hinweg zumindest nicht genau hingeschaut hat.
00:44:36: Und wie du sagst, einige Menschen haben ja schon in Högels Zeit in Oldenburg etwas bemerkt.
00:44:41: Die Kollegen sind misstrauisch geworden.
00:44:42: Sie haben sich sogar vorgesetzte Überhögelsverhalten unterhalten und dann auch noch mit dieser Liste die Högel Schichten in direkter Verbindung mit Todesfällen und Reanimationen bringt.
00:44:53: Aber statt echte Schritte einzuleiten wird Högel in die Anästhesie verschoben und durch dieses positive Arbeitszeugnis weg gelobt.
00:45:03: quasi
00:45:04: Das ist ein...
00:45:05: Gutes
00:45:06: Werb,
00:45:06: da
00:45:07: ich grad ganz gefunden hab.
00:45:10: Ein möglicher Grund dafür ist der gute Ruf der Oldenburger Klinik sollte geschützt werden.
00:45:15: das behauptet später die Staatsanwaltschaft.
00:45:17: zumindest sie wirft vier ehemaligen Verantwortlichen in Oldenburg vor spätestens Ende Oktober zwei tausend eins sollen Sie mögliche Tötungen durch Högel erkannt haben aber nicht eingeschritten sein damit dass Ansehen der Station und des Klinikums nicht beschädigt wird.
00:45:33: Das Krankenhaus selbst meint dagegen intern wurde bewertet, dass es nicht genug Beweise für die Auffälligkeiten gab um die Ermittler einzuschalten.
00:45:42: Die neue Klinikleitung hat das im Laufe der Jahre übrigens auch schon als falsch bewertete und sich fassungslos gezeigt.
00:45:50: aber das war die Begründung.
00:45:52: Aber auch in Damon Horst gab's ja Warnzeichen vor allem nach dem Fund von den leeren Gilo-Rhythmalampolen also da wo die Stationsleitung gemeint hat seine Stellvertreterin soll ihre Kompetenzen nicht überschreiten.
00:46:06: Februar, zwei-tausendzweiundzwanzig beginnt wegen genau dieser Fragen der Prozess gegen insgesamt sieben ehemalige Beschäftigte der beiden Kliniken neben die vier aus Oldenburg und drei aus Dämenhorst.
00:46:18: Dabei handelt es sich aber auch nur um einzelne Verantwortliche und nicht um die Krankenhäuser selbst, die angeklagt sind.
00:46:26: Alle sieben werden allerdings freigesprochen.
00:46:28: das haben am Ende auch Nebenklage und Staatsanwaltschafts selbst beantragt.
00:46:33: letztendlich steht nämlich fest, das Gericht kann den Angeklagten nicht nachweisen dass sie bei den Taten mit weiteren Tötungen gerechnet haben oder diese billigenden Kauf genommen haben und mögliche fahrlässige Delikte sind mittlerweile verjährt.
00:46:50: Abschließend muss man sagen es ist tatsächlich auch nicht ganz klar wie so Högel so viel getötet hat.
00:46:57: Dieser Gutachter vor dem Landgericht hat ja gesagt, er wollte Bewunderung von Kollegen Ärzten und
00:47:02: Co.,
00:47:02: wenn er jemanden rettet.
00:47:04: Er hat dadurch eine Art Rausch bekommen ähnlich sei das wie bei einer Drogenabhängigkeit gewesen.
00:47:11: also er macht es also um seinen Kick zu bekommen und wird nach diesem kick süchtig Und braucht dass deswegen wieder.
00:47:19: Also so die Einordnung.
00:47:22: Außerdem hat der Gutachter aber auch Ängste und Depressionen angesprochen.
00:47:26: Möglicherweise hat Högel deswegen versucht eine Hochstimmung durch seine erfolgreichen Reanimationen zu schaffen, möglicherweise könnte er aber einfach nur die Macht genossen haben dass er quasi das Leben von anderen in den Händen hält.
00:47:41: wirklich wissen wird es höchstwahrscheinlich nur er.
00:47:48: Das war's mit meinem Fall.
00:47:50: Ich fand ihn wirklich ganz schrecklich.
00:47:53: Danke.
00:47:57: Nein, das hat jetzt natürlich nichts mit dabei.
00:47:59: Ich war ja witzig.
00:48:01: Okay gut.
00:48:03: Dass da einfach so lang weggeschaut wurde... Klar du willst niemanden so etwas Schreckliches unterstellen.
00:48:12: aber an dem Punkt wo du sagst okay ich möchte nicht mehr dass der in meinem Krankenhaus arbeitet würde ich mich halt schon fragen sollte ich da nicht noch mehr tun?
00:48:23: Da habe ich mir natürlich auch Gedanken drüber gemacht, so nachdem ich das den Fall recherchiert habe.
00:48:30: Ich glaube dass es einfach.
00:48:31: also ohne jetzt irgendwie einen Schutz nehmen zu wollen.
00:48:35: Das ist natürlich alles schrecklich und im Nachhinein weiß man's immer.
00:48:39: aber stellen wir vor wirklich dieser Schritt, den du im Gedanken auch machen musst, sodass da jemand tatsächlich systematisch möglicherweise hunderte Menschen umbringt oder zumindest eine Reanimation herbeiführt.
00:48:55: Also wie gesagt genau weiß man ja nicht, wie viele.
00:48:57: aber selbst wenn es nur fünf nur in Anführungszeichen fünftig sind was ist ja erwiesenermaßen nichts sind das mehr.
00:49:06: diesen Schritt musste erst mal machen.
00:49:09: ich weiß nicht kann mir das bei bestem will nicht vorstellen wenn ich jetzt auch irgendwelche anzeichen beim Kollegen zum Beispiel sehen würde wie lange das dann bei mir braucht bis ich tatsächlich denke hey Serienkiller.
00:49:25: Also ein Waschechter, das ist so real für mich alles Das weiß nicht.
00:49:30: diesen Schritt zu machen finde ich ganz schwierig.
00:49:34: also Ich kann mir das wirklich nicht vorstellen.
00:49:37: Klar und im Zweifel hast du schon Jahre mit dem zusammengearbeitet sehr intensive Momente miteinander verbracht.
00:49:45: Ja auch in seiner Jugend hieß es ja zumindest dass es kein Einzelgänger der ist immer mittendrin also erscheint ja zumindest einen sozialer Mensch auch oft gewesen zu sein.
00:49:58: Und dann kennst du den bis vielleicht mit dem nach der Arbeit mal ein Bierchen trinken gegangen, keine Ahnung so blöds klingt.
00:50:05: Den musst du das ja danach erstmal zutrauen dass er den Menschen nicht hilft sondern sich einen Kick durch künstlich herbeigeführte Reanimationen geben will.
00:50:17: Ja, das ist ja auch sehr außerhalb deiner Vorstellungskraft.
00:50:22: Ja voll.
00:50:25: Ja.
00:50:25: und dann muss man echt sagen, dass diese eine Pflegerin ... die sich dahinter geklemmt hat.
00:50:33: Dass man der zu verdanken hat, dass er gestoppt wurde?
00:50:37: Ja.
00:50:38: Weil die dann wirklich mal gesagt hat, nee okay ich gehe dem jetzt nach vielleicht hatte sie davor schon schlechtes Gefühl bei ihm sowie ja viele seiner Kollegen und Kolleginnen ja Und die dann Nachforschungen angestellt hat so das man es auch nicht mehr weg ignorieren kann weil eine Pflegerin, eine Kollegin von ihm wurde ja auch mal runtergeputzt.
00:51:00: Als sie einen Verdacht geäußert hat.
00:51:03: Ja mit den Ampullen da?
00:51:05: Ja genau.
00:51:07: Ich kann mir auch vorstellen das ist im Laufe der Jahre zu wirklich ganz komischen Situationen gekommen ist wo er dann da stand und alles aber nachdem er auch so als Reanimations Rambo beschrieben wurde
00:51:19: keine Ahnung.
00:51:22: Also erstmal diese Pflegarin die ihn aufgehalten hat im Infekt, keine Ahnung.
00:51:28: Die auf frischer Tat ertappt hat auch ...
00:51:29: Genau!
00:51:29: Wie lange das dann vielleicht noch weitergegangen wäre.
00:51:33: und dann ja auch Frau Lohmann hieß sie oder?
00:51:36: Die Angehörige.
00:51:36: Die Tochter
00:51:38: der Frau die da auch im Krankenhaus behandelt wurde so hat es ja auf jeden Fall ihre Anwältin gesagt, die dann dafür gesorgt hat dass nochmal es zu einem weiteren Prozess kommt
00:51:52: Ja, die sich da zumindest wirklich dahinter geklemmt hat und immer weiter gefragt hat.
00:51:56: Man kann natürlich jetzt nicht wissen, ob's ohne sie auch dazu gekommen wäre... Nee
00:52:01: klar vielleicht hätte es dann noch mal ein Jahr länger gedauert oder so?
00:52:04: Ja genau also es hat auf jeden Fall nicht geschadet.
00:52:07: ich glaube so können wir das sagen.
00:52:11: Aber manchmal braucht es einfach Einzelpersonen, die dann einen Fall so weiterbringen dass er ... zu Ende geht und dass es dann da Fortschritte gibt.
00:52:24: Ansonsten fand ich das einfach ein sehr schlimmer Fall, der mir auch echt nahe gegangen ist, weil auch so viele Menschen in einer hilflosen Situation dann einfach sind!
00:52:35: Du kannst ja gerne nächstes Mal einen True-Crime-Fall aussuchen, der schön ist...
00:52:41: Ich habe wieder schon angefangen zu recherchieren und davor hab' ich dir gesagt, oh jetzt...
00:52:45: Ja, natürlich.
00:52:47: Ich hab' den natürlich nicht gesagt um was's geht, ne?
00:52:49: Das machen wir hier ja nicht.
00:52:51: Aber Ja, in zwei Wochen werdet ihr auch keinen.
00:52:55: Ich glaube das geht ja auch fast gar nicht.
00:52:58: Kein angenehm Fall hören auf jeden
00:53:00: Fall.
00:53:00: Eben, das wollte ich damit sagen.
00:53:01: also es ist immer noch ein True Crime Podcast.
00:53:05: Ja klar!
00:53:06: Aber wenn du schon die nächsten zwei Wochen erwähnst hauen wir unser Thema raus?
00:53:11: Die nächsten zwei Folgen werden wir das Thema Wanderung machen.
00:53:16: Das hatte sich Asche Gült tatsächlich bei uns schon vor einem halben Jahr gewünscht Und jetzt ist es Zeit, das umzusetzen.
00:53:25: Jetzt wird's ja auch langsam ein bisschen so herzlich...
00:53:29: Ja wenn die Folge rauskommt, ist der erste Oktober?
00:53:33: Stimmt!
00:53:34: Die Blätter werden sich verferben und ich freue mich schon echt aber noch nicht so krass.
00:53:42: Ja
00:53:42: natürlich jetzt kein Herbstding, aber die ersten haben sich im Juli schon verfärbt.
00:53:46: Danke.
00:53:48: Aber egal, anderes
00:53:49: Thema.
00:53:49: Okay aber in schönen Farben wie Orange-Rot, ja?
00:53:52: Darauf freue ich mich schon sehr!
00:53:55: Ja das stimmt.
00:53:56: Genau deshalb werden wir jetzt das Thema Wanderung machen und ich bringe nächste Folge einen True Crime Fan-Mint.
00:54:03: Dann sind wir mal alle gespannt
00:54:05: und freuen uns
00:54:05: und bis dahin...
00:54:06: Wenn ihr auch ein Themenvorschlag habt bevor wir beenden, schickt uns super gerne auf Insta.
00:54:13: Da reicht ihr uns am besten eine Nachricht.
00:54:15: Ansonsten gerne auch per Mail, wir freuen uns sehr von euch einzuhören.
00:54:20: Steht in den Shownotes!
00:54:22: Da steht's drin.
00:54:24: ja
00:54:24: genau so ist es wunderbar.
00:54:27: dann bis in zwei Wochen.
00:54:38: Schatten und Skandale ein True Crime Skandal Podcast mit Christina Merkel und Nikolas Pinkanei.
00:54:52: verblüffende Geschichten schockierende Verbrechen und skandalöse Enthüllungen aus aller Welt.
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