39. Folge: Schulausflug in den Tod (Das "Engländer-Unglück")
Shownotes
Eine Schulreise in den Schwarzwald soll für 27 britische Jungen zum Abenteuer werden. Doch am 17. April 1936 geraten sie mit ihrem Lehrer am Schauinsland in einen Schneesturm. Fünf von ihnen kehren nie zurück.
Warum brach die Gruppe trotz Warnungen auf? Weshalb wurde der Lehrer nie vor Gericht gestellt? Und wie nutzten die Nationalsozialisten die Tragödie für ihre Propaganda?
Das erzählen wir in dieser Folge von Schatten und Skandale - die Geschichte der Schauinsland-Tragödie – und die der Menschen, die in jener Nacht versuchten, die Schüler zu retten.
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Transkript anzeigen
00:00:09: Schatten und Skandale.
00:00:15: Ein True Crime-Skandal-Podcast mit Christina Merkel und Nikolas Pinkernay.
00:00:22: Verblüffende Geschichten, schockierende Verbrechen und skandalöse Enthüllungen aus aller Welt.
00:00:35: Vorne spricht jemand, aber in eurem Kopf seid ihr längst woanders.
00:00:39: Denn bald geht's auf Reisen mit euren Freunden in ein anderes Land!
00:00:44: Weg von zu Hause weg von den Eltern die wissen wollen wo ihr hingeht oder wann ihr heimkommt.
00:00:50: Ihr zählt die Tage bis zur Abfahrt.
00:00:52: vielleicht überlegt ihr neben wem ihr unterwegs sitzen werdet, wer nachts am längsten wach bleibt und was ihr alles für leckeres Snacks essen werdet.
00:01:00: Das ist der Fall einer Schulgruppe aus Großbritannien.
00:01:03: Für sie geht es im April, in den Schwarzwald nach Deutschland.
00:01:09: Allein der Name, den der Lehrer natürlich übersetzt hat, weckt die Vorstellungskraft der Kids – Black Forest, dicht stehende Bäume, dunkle Hänge, irgendwo dazwischen ein schmaler Weg Berge hinter denen noch mehr Berge liegen.
00:01:23: Die Vorfreude ist riesig.
00:01:25: Allerdings wissen die Schüler noch nicht, dass die Reise in einer Tragödie enden wird, die auf jeden Fall hätte vermieden werden können.
00:01:32: Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Schatten und Skandale heute, Folge neununddreißig!
00:01:40: Ich habe jetzt mal ein Skandal zum Thema Wanderung mit dabei.
00:01:44: Was sagst du jetzt nach dem Intro?
00:01:46: Also ich glaube viele können sich an das Gefühl von damals erinnern so die Vorfreude vor einer Klassenfahrt.
00:01:54: Das war schon immer eine sehr große Aufregung, würde ich auf jeden Fall mal sagen.
00:01:59: Ja.
00:01:59: Deswegen hat es so Spaß gemacht das Intro zu schreiben auch.
00:02:03: Weil zuerst dachte ich noch Boah nee!
00:02:05: Ich hätte auf Schulzeit keinen Bock mehr.
00:02:08: aber so diese Klassenfahrten... ...das ist zwar schon immer sehr cool.
00:02:13: Es
00:02:14: ist ein Abstand des Bestes an der Schule vor allem wenn man in die späteren Jahrgangsstufen dann gekommen ist.
00:02:20: wirklich.
00:02:21: also wenn dann mal wieder Klassenvater
00:02:24: Ja.
00:02:26: Gut, die Klassenfahrt ist jetzt aber nicht... wie man sich's vielleicht denken
00:02:29: kann?
00:02:30: Ich wollte es gerade sagen!
00:02:32: Nicht
00:02:32: ganz so schön gelaufen.
00:02:33: Du hast es ja schon angekündigt dass die Klessenfahrt in einer Tragödie enden wird.
00:02:39: Jetzt nach dem Intro sagts mir noch nichts.
00:02:42: tatsächlich deshalb bin ich sehr gespannt was du uns jetzt erzählen wirst.
00:02:47: Du hattest ja gesagt, neunzehntsechsunddreißig also während der Nazi-Zeit in Deutschland.
00:02:54: Ja, genau.
00:02:54: Bin ich auch wild, dass da dann eine Klassenfahrt in den Schwarzwald geht?
00:02:59: Wird damit wohl zusammenhängen.
00:03:01: jetzt den Skandal oder ... Das
00:03:02: war ja noch vorm Krieg.
00:03:03: Also das deutsche Reich war ja nicht im Krieg mit Großbritannien.
00:03:07: Deswegen weiß ich nicht ob es unüblich ist oder nicht aber es klang in der Recherche nicht so als ob das ein großes ... Oh mein Gott die Fahrnacht Deutschlands wäre.
00:03:16: Mhm okay.
00:03:17: Aber das hängt natürlich auch mit dem Skandal zusammen Also die Nazi-Zeit.
00:03:24: Wir gehen also zurück in die Osterferien des Jahres, neunzehnhundertsechsunddreißig.
00:03:28: Insgesamt siebenundzwanzig Schüler der Strand School einem Gymnasium im Süden Londons freuen sich.
00:03:34: Sie brechen zusammen zu einer zehntägigen Reise auf.
00:03:37: es geht nach Freiburg im Preiskau in den Schwarzwald.
00:03:41: Sie steigen gemeinsam an der Victoria Station in den Zug.
00:03:44: und naja was passiert wenn ein Haufen Jugendliche zwischen zwölf und siebzehn Jahre zusammen wegfahren?
00:03:51: Sie toben sich aus, spielen etwas machen Faxen alles aber wirklich viel Schlaf bekommen sie auf jeden Fall nicht.
00:03:59: Am sechzehnten April kommt der Zug frühmorgens in Freiburg an.
00:04:03: An diesem Tag dürfen die Schüler noch machen was sie möchten.
00:04:05: Die meisten spazieren durch die Stadt andere holen ein bisschen schlafen nach oder chillen einfach in der Unterkunft nämlich einer Jugendherberge im Univiertel.
00:04:14: am nächsten tag soll die große fünftägige Wanderung losgehen Zwar über den Berg Schau ins Land und den Pass Notschrei zu einer weiteren Jugendherberge.
00:04:24: Das sind insgesamt weit mehr als zwanzig Kilometer aufm, also an der ersten Tages-Etappe und fast ein tausend Höhenmeter.
00:04:32: Also schon ziemlich anspruchsvoll!
00:04:36: All das organisiert hat der Lehrer Kenneth Kiest und von dem habe ich dir jetzt tatsächlich auch schon einen Bild mit dabei
00:04:43: Aber auch mutig so eine lange Wanderetappe ... mit Schülern durchzuziehen und zu planen.
00:04:51: Ja, also die sind schon alle sportlich... Und es ist auch noch so ein bisschen eine andere Zeit.
00:04:56: da gehen wir dann später auch nochmal genauer drauf.
00:04:59: Einer der Schul-Sport ist schon mehr auf.
00:05:03: Wir bringen jetzt die Kinder... So
00:05:05: ein bisschen drehmäßig?
00:05:06: Ja ja, das ist Disziplin und Sportlichkeit eben den Körperstälern usw.
00:05:12: Aber es ist schon wirklich anspruchsvoll.
00:05:16: hier hast du Kenneth Kiest.
00:05:19: Der ist sehr jung, tatsächlich.
00:05:21: Also ich wüsste jetzt nicht ... ob der Mitte zwanzig oder Mitte dreißig ist?
00:05:27: Ich scherze mal da er Lehrer ist und Verantwortung für so viele Schüler hat, dass er Mitte Dreißig isst.
00:05:34: Er hat blonde Haare oder weil das Bild ist Schwarz-Weiß, das kennt man's nicht gescheit.
00:05:39: Ansonsten hat er einen Anzug mit Krawatte an also... Er läuft nicht so rum wie die Lehrer heutzutage, sondern damals natürlich noch mit Anzug und Krawatte.
00:05:51: Ansonsten schaut er freundlich aus.
00:05:54: Er schaut in die Kamera und lächelt leicht ... Ja!
00:05:58: Wie damals auch so üblich die Haare streng nach hinten gegelt, sehr viel gel in den Handen.
00:06:07: Aber nee, schaut freundlicher aus?
00:06:08: Ist er denn freundlig?
00:06:10: Ja, also schon freundlich und beliebt.
00:06:13: Man muss dazusagen da ist er noch auf dem... Also zum Zeitpunkt des Fotos auf dem Kings College in Cambridge sechs Jahre vor unserem Fall.
00:06:21: aber man sieht natürlich ... Er is sehr jung!
00:06:26: Und zwar zarte siebenundzwanzig Jahre zurzeit des Ausflugs.
00:06:30: einer der jüngsten Lehrern der Strand School Kenneth Kiest war ursprünglich auch selbst Schüler dort.
00:06:37: Er wurde sogar zum Head Boy und war Kapitän des Cricket- und Fußballteams.
00:06:42: Nach seinem Abschluss bekommt er ein Stipendium am Kings College in Cambridge, wo er seinen Magister macht Und dann eben Lehrer wird, genauer gesagt für Deutsch und Sport.
00:06:52: Bevor Kiest aber wieder an seine alte Schule zurückkehrt geht er ins bayerische Alpenvorland um Dort zu unterrichten.
00:06:58: Also statt Sport und Deutsch halt Sport und Englisch.
00:07:02: nach zwei Jahren geht er dann nach London zurück.
00:07:05: Kiest ist bei den Schülern besonders beliebt, erst sehr sportlich kann Skifahren und Klettern.
00:07:11: das und seine Zeit in Deutschland machen die Reise nach Freiburg wohl überhaupt erst so möglich wie sie dann letztendlich passiert ist also dass er mit den Schulern tatsächlich alleine fährt.
00:07:24: Er hat eben Erfahrung in Deutschland kennt zumindest Teile vom Land was schon mehr ist als so die meisten anderen haben.
00:07:31: Außerdem hören die Schüler auf ihn, weil er eben so beliebt ist.
00:07:35: Der Schwarzwald ist zudem das am besten erschlossene Wandergebiet Deutschlands und grundsätzlich auch ein beliebtes Reiseziel.
00:07:42: Außerdem bekommt Kiest Unterstützung vom siebzehnjährigen Douglas Mortifi dem Prefect also einem Vertrauensschüler der ihn da so ein bisschen unterstützen soll.
00:07:52: Und man kennt jetzt nicht diesen genauen Ablauf.
00:07:56: Wie ist dazu gekommen, dass er als einzige Lehrkraft mit dabei ist?
00:08:00: Aber das sind wohl so die Argumente, die die Verantwortlichen dann überzeugen letztendlich.
00:08:06: Außerdem organisiert kiesst die Reise privat zusammen mit dem Reisedienst School Travel Service.
00:08:13: Wie viele Schüler waren noch mal mit dabei?
00:08:15: Siebenundzwanzig.
00:08:17: Ja, das ist schon mutig!
00:08:21: Das hätte ich dich nämlich jetzt auch gefragt ob du das für eine so super Idee hältst.
00:08:25: Ja, also vor allem weil die Wanderung ja durchaus auch anspruchsvoll ist.
00:08:31: Also du hast die Höhenmeter erwähnt, zwanzig Kilometer am Tag ... Da kann ja durchaus einiges passieren?
00:08:40: Was ist denn zum Beispiel wenn sich ein Schüler auf dem Weg verletzt so?
00:08:44: Da hast du dann keine andere erwachsene Personen, die da irgendwie mit dem zurückbleiben kann und Hilfe warten kann oder so.
00:08:52: Allein das jetzt sei es mal... Ganz simpel, du holst dir als Lehrer eine Lebensmittelvergiftung.
00:08:57: Ja?
00:08:58: Und kannst dann... Du hast kein Back-up!
00:09:00: Klar da ist noch dieser siebzehnjährige Prefect mit dabei also so ein Vertrauensschüler eben aber dann soll der mal versuchen, sechsundzwanzig weitere Teenager unter Kontrolle zu bringen.
00:09:12: Aber
00:09:12: ja eben bei uns waren mindestens immer drei Lehrer dabei glaube ich.
00:09:18: Ja das ist glaub ich auch jetzt so geregelt.
00:09:20: natürlich dass im Sohn so viele Lehrer pro Kopf sein müssen wir so.
00:09:25: Aber ja, springen wir wieder zum sechzehnten April in die Jugendherberge in der Freiburger Altstadt.
00:09:32: Die Gruppe sitzt am Abend wieder zusammen Jeder packt seinen Gepäck aus und die Schüler essen zusammen zur Abend.
00:09:38: Der ein oder andere packt auch schon um Und macht den Rucksack für die große Wanderung am nächsten Tag fertig.
00:09:44: Ich habe es ja schon gesagt, zwanzig Kilometer auf fast eintausend Höhenmeter Es ist tatsächlich der steilste Aufstiegsweg von allen der da gewählt wurde.
00:09:54: Beim Abendessen an der großen Tafel ist das für die Schüler allerdings kein Grund zur Sorge, sie freuen sich sogar darauf.
00:10:02: Während die Kinder und Jugendlichen den Tag über in Freiburg unterwegs sind, isst Kiest im Fremdenverkehrsamt – und dort wird ihm etwas gesagt was er gar nicht so wirklich hören will.
00:10:12: Hast du eine Ahnung was es sein könnte?
00:10:15: Ein Fremdverkehrsamt!
00:10:18: Also ich schätze mal dass es wie so eine Touristinformation.
00:10:21: Ah, okay.
00:10:23: Ja, er gibt's hin!
00:10:25: Wir sind ja im April.
00:10:28: vielleicht ist der Wanderweg den er rausgesucht hatte irgendwie überschwemmt?
00:10:36: Vielleicht unsicher?
00:10:39: Vielleicht muss er eine andere Route spontan auswählen?
00:10:42: Es geht schon mal in die richtige Richtung.
00:10:45: Kiest wird vor einem Unwetter gewarnt.
00:10:49: Also so wirklich glauben will er das zwar nicht Ihr kann sich das gar nicht vorstellen, aber es ist tatsächlich starker Schneefall angekündigt.
00:11:00: Bei aktuellen noch siebzehn Grad glaubt er das nicht so ganz?
00:11:06: Und er sagt – also er tut das ein bisschen ab und sagt außerdem dass die Engländer schlimmeres gewöhnt sind!
00:11:12: Wow!
00:11:13: Ja gut im April kann das Wetter schon auch schnell umschlagen.
00:11:17: In der Jugendherberge hängt ebenfalls immer ein Wetterbericht für den nächsten Tag aus.
00:11:22: Auch da steht drin, dass es einen Wetterumschwung geben wird.
00:11:26: Zudem warnen der Herrbergs Vater und der Materialwart kießt vor dem drohenden Unwetter.
00:11:32: Nachdem er sich immer noch nicht überzeugen lässt, raten die beiden ihm wenigstens davon ab, die Wanderwege zu nehmen – er soll stattdessen nur auf der Fahrstraße bleiben, die ist nämlich geräumt.
00:11:44: Schauen deshalb wär's auch besser wenn da mindestens noch ein anderer Lehrer wäre!
00:11:49: Gut, der kann gegen Schneefall auch nichts machen.
00:11:51: Aber er trägt dann auch mit die Verantwortung und kann dann sagen nein das machen wir nicht.
00:11:55: Stimmt ja.
00:11:55: also da gibt es zumindest so eine... ich nenn's jetzt nicht Machtteilung aber zumindest eine gemeinsame Entscheidung wie man dann treffen muss.
00:12:03: Ja richtig!
00:12:05: So nimmt der Abend dann also seinen Lauf.
00:12:07: Die Schüler beenden ihr Abendessen, räumen ihre Teller auf.
00:12:10: wie es sich gehört schieben die Stühle zurück und verschwinden nach und nach in ihren Schlafräumen Die ein oder anderen Flüster noch.
00:12:17: teilweise gehen sie aber auch schon früh schlafen.
00:12:21: Am nächsten Morgen ist die Aufregung dann groß.
00:12:24: Viele der Kinder und Jugendlichen werden voller Aufregungen von den Anderen geweckt, denn es hat geschneit.
00:12:30: Zwar aktuell nur Griesel – Aber für die Schüler ist das ein absolutes Highlight!
00:12:35: Sie veranstalten Schneebeischlachten oder machen Schneehänge?
00:12:43: Drei Grad Nebel, Schneefall und ca.
00:12:45: zwölf Zentimeter Schneehöhe.
00:12:48: Das hätte Kies tatsächlich theoretisch auch alles übers Telefon erfragen können – hat er aber nicht gemacht!
00:12:56: Das Wetter an sich ist allerdings nicht das Einzige was gefährlich ist, denn die Gruppe ist darauf überhaupt nicht vorbereitet.
00:13:04: Statt detaillierten Wanderkarten des Schwarzwaldvereins verwendet Kies nur eine, die vom School Travel Service gestellt wurde das quasi mit dem er die Reise organisiert hat.
00:13:17: Das wiederum ist allerdings auch nur eine Übersichtskarte, heißt sie ist im Maßstab eins zu einhunderttausend.
00:13:24: also einen Zentimeter auf der Karte entspricht einem Kilometer in echt und die Karte ist nicht nur maximal unübersichtlich eben es sind auch keine Gelände Details eingezeichnet nur die Wanderwege an sich.
00:13:41: Höhenmeter oder ähnliches sind da nicht mit drin, sprich so ein Kilometer kann also ganz schnell mit paar Höhenmetern ziemlich lang werden.
00:13:54: Auch die Kinder selbst sind eher unpassend vorbereitet für solche Verhältnisse.
00:13:58: sie haben nämlich auch nicht mit so einem Wetter gerechnet und deswegen größtenteils Sommer- oder Frühjahrsklamotten eingepackt wie kurze Hosen leichte Schuhe keine Kopfbedeckung.
00:14:09: Einzelne sollen tatsächlich sogar nicht mal Unterwäsche anhaben wird später berichtet.
00:14:15: Und als Proviant bekommt jeder nur zwei Brote und eine Orange, du...
00:14:22: Also das ist jetzt ja schon wirklich sehr schlecht vorbereitet!
00:14:26: Das wäre ja sogar schon schlecht vorbereitet wenn es geregnet hätte.
00:14:30: oder das Proviante auch so grundsätzlich einfach?
00:14:35: Ja ich meine es ist ja auch schon unverantwortlich Kinder aus der Herbergel zu lassen.
00:14:41: Weißt du, wenn du siehst?
00:14:42: Hey dir haben ne kurze Hose an!
00:14:45: Ja die Engländer sind hart im Leben hat er ja schon gesagt.
00:14:47: Die sind da anderes gewöhnt.
00:14:49: Ja prinzipiell ich meine ich war auch schon mal in England.
00:14:52: Ich stand damit eine dicken Jacke am Meer und die anderen sind Schwimmen gegangen.
00:14:59: Die Einheimischen also klar bist du da mehr abgehärtet gegen gewisse Wetterverhältnisse aber dennoch Ich meine, die laufen mir auch nach oben.
00:15:12: Wenn's da mehr schneit ... sollte man ja durchaus passende Kleidung tragen.
00:15:18: Ja?
00:15:20: Oder Kinder nicht mitnehmen, die eben so gekleidet sind... ich mein du hast ja dann auch die Verantwortung für deine Schüler.
00:15:28: Also das ist jetzt eine reine Mutmaßung von mir.
00:15:30: aber das kann man immer so raus nach dem Motto Disziplin fördern Wenn dir kalt ist, dann halt's aus.
00:15:40: Sei ein Mann nach dem Motto so weißt du das es ja immer noch.
00:15:43: Nazi Zeit.
00:15:44: auch wenn wir jetzt nicht mit Deutschen zu tun haben hat es doch ein bisschen anderes Gedankengut gegeben was die Erziehung und Disziplin uns so angeht.
00:15:58: Ja das stimmt schon.
00:16:01: Trotz des angehenden Schneeschauers gehts los.
00:16:04: Die Gruppe startet in zwei Jahrein Richtung Berg.
00:16:07: Die Stimmung ist weiterhin superm!
00:16:09: Im südlichsten Freiburger Stadtteil Günthersthal kommt dann eine Abzweigung auf, Kiest entscheidet sich gegen den Rat, den er in der Jugendherberge bekommen hat und verlässt die Fahrstraße.
00:16:21: Und prompt ist die Gruppe auf einem Irrweg – sie ist da gerade mal eine gute dreiviertel Stunde unterwegs.
00:16:28: Kiest kommt mit seinen Schülern am Gasthaus Sankt Valentin vorbei.
00:16:32: Von da geht es dann weiter durch die immer schlechter werdenden Wetterverhältnisse, die Gruppe hat kaum Orientierung.
00:16:38: und schließlich fast zwei Stunden später landet sie wieder bei Sankte Valentin – die Gruppeste im Kreis gelaufen!
00:16:46: Die Schüler wundern sich, schauen sich irritiert an….
00:16:49: Wirklich erschöpft ist zwar noch niemand, aber ich meine sie sind jetzt insgesamt zweieinhalb Stunden bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt unterwegs und kaum vorangekommen.
00:16:59: Also eine gewisse Ermüdung ist schon da!
00:17:04: Also fragt Kiest nach dem Weg.
00:17:06: Die Württendesgasthauses hilft ihm weiter Warnt ihn allerdings auch davor weiter zu gehen die Wege und die Wegweiser seien zugeschneit sagt sie.
00:17:15: Kießt ignoriert diese Warnung, aber wieder.
00:17:17: Er meint nur er dann werde ich den Schnee eben abwischen.
00:17:22: Vielleicht hätte man das einfach als Zeichen sehen sollen.
00:17:27: Okay wir bleiben jetzt da.
00:17:29: Ja und es ist ja auch nicht mal die erste wahnung der bekommen sondern Das ist jetzt ja schon Warnungen Nummer vier glaube ich also einmal in dem fremden verkehrsamt Der Wettebericht der Jugendherberge, dann die beiden Leute, die noch mal davor waren und jetzt die Dame.
00:17:50: Aber er weiß es ja besser als alle anderen?
00:17:52: Ja!
00:17:53: Die da wohnen?
00:17:54: Genau.
00:17:56: Mittlerweile sinkt die Temperatur auf Minusgrade Es fällt dreißig Zentimeter Neuschnee.
00:18:02: Der Schau ins Land ist in Nebel gehüllt Und es weht ein kalter Westwind... ...und je höher die Schüler kommen desto mehr Schnee wird es.
00:18:12: Eine weitere Stunde später kommt Kiest mit den Kindern und Jugendlichen bei der Burg Kübfelsen an.
00:18:17: Einer kleinen Anlage auf zwei Felsen, die durch einen schmalen Bergkampf verbunden sind.
00:18:23: Die Gruppe hat sich schon wieder verlaufen zu dieser Zeit.
00:18:26: Sie trifft allerdings kurz danach auf zwei Holzweller.
00:18:29: Auch sie warnen Kiest wieder davor weiterzugehen aber auch hier wieder ohne Erfolg.
00:18:34: Gegen Viertel nach drei trifft die Gruppe dann auf einen Postmann.
00:18:38: Die Schüler sind mittlerweile schon völlig durchgefroren und nass, auch der bietet Kies seine Hilfe an, konkret im Bergwerkszechenheim unterzukommen.
00:18:48: Danach würde der Postman sie wieder nach Freiburg begleiten.
00:18:52: Kannst du es dir vorstellen?
00:18:54: Ich würde mir wünschen dass er sich jetzt denkt ja ok komm ich nehme jetzt meine siebenundzwanzig Schüler.
00:19:04: Wir gehen jetzt in die Unterkunft und dann fertig.
00:19:06: Die
00:19:07: in kurzen Hosen... Genau!
00:19:10: ...und offenen Schuhen unterwegs sind, ne?
00:19:13: Und vielleicht ihre zwei Brote und Orange schon aufgegessen haben.
00:19:16: Richtig, genau.
00:19:18: Und weil er offensichtlich auch bemerkt haben sollte, dass er nicht gut vorbereitet ist den Weg nicht kennt, die Wetterumstände äußerst schlecht sind Das würde ich mir wünschen.
00:19:29: das er droht, dass seine Fehler Ein Sied?
00:19:33: Dann würden wir heute aber nicht übersprechen.
00:19:35: Aber ich denke, er sagt nein!
00:19:37: Wir ziehen das durch.
00:19:39: Ja stattdessen geht er die steile Kaplawand rauf und das ist tatsächlich wohl einer der größten Fehler.
00:19:46: Nicht nur weil sie teilweise eine Steigung von gut siebzig Prozent hat sondern im zweiten Grund sage ich gleich Denn obwohl selbst kießt gegen sechzehn Uhr mittlerweile also wo sie schon sieben Stunden unterwegs sind Das ist doch eine
00:20:01: wahnsinnig lange Zeit.
00:20:03: Ja, sieben Stunden durch Schnee ja.
00:20:08: also er sieht mittlerweile ein dass er das Tagesziel tatsächlich aufgeben muss.
00:20:13: trotzdem entscheidet er sich dafür weiter aufzusteigen und in Richtung des Dorfs Hofs Grund zu laufen die Bergstation der Schau ins Landbahn als Notunterkunft zu benutzen.
00:20:24: das sieht er offenbar nicht in Betracht.
00:20:26: die werden nämlich deutlich näher gewesen.
00:20:29: Die Schüler stapfen weiter durch den mittlerweile Hüft und Schnee.
00:20:32: Es wird immer dunkler, nebliger, windiger und dadurch auch deutlich kälter.
00:20:37: Einfacher wird es auf jeden Fall nicht!
00:20:39: Um die Jungen bei Laune zu halten lässt Kieszi fröhliche Lieder singen.
00:20:44: Noch mal rund zwei Stunden später erreicht die Gruppe den Ostkampf des Schau ins Lanzend – ich habe ja gerade gesagt, die Kaplawand ist einer der größten Fehler denn durch diese Route verliert die Gruppen jetzt den Windschatten des Berges heißt sie bekommt den Schneesturmfrontal ins Gesicht.
00:21:03: Vier der Schüler sind mittlerweile so erschöpft, dass sie getragen werden müssen.
00:21:07: doch dann Hoffnung.
00:21:09: um achtzehn Uhr dreißig rum hören die Schüler die Kirchenglocken von Hofs Grund.
00:21:14: Sie sehen außerdem die Lichter hinter dem Nebel.
00:21:16: Die Rettung ist also nahe.
00:21:19: Bis die ersten beim rettenden Dobelhof ankommen dauert allerdings weiter rund eineinhalb Stunden.
00:21:25: und wie die Situation dann aussieht Das steht in einem handschriftlichen Bericht von damals, der ist ein bisschen länger.
00:21:32: Ich lesen jetzt trotzdem aber relativ ausführlich vor – verfasst hat ihn der spätere Bürgermeister von Hofs Grundeugen Schweizer.
00:21:41: Am siebzehnten April um halb acht Uhr abends fuhr ich von zu Hause mit Skiern zu dem etwa fünf Minuten entfernten Kaufladen von Bernhard Lorenz um einzukaufen.
00:21:51: Ich unterhielt mich mit ihm gerade über die ungewohnten und so spät im April eingesetzten Schneefälle, die von fünf Uhr morgens bis abends ununterbrochen andauerten – und die großen Schneeverwähungen.
00:22:04: Auf einmal hörten wir junge Burschen laut gegen den Bauernhof im tiefen Schnee daherstapfen.
00:22:09: Sogleich gingen Herr- und Frau Lorenz vor die Haustür um mit ihnen zu sprechen.
00:22:13: Zuerst bekam sie gar keine Antwort da die Jugendlichen nur Englisch sprachen!
00:22:18: Als der Ladenbesitzer merkte, dass die Burschen sehr erschöpft aussahen gab er ihnen Sprudel und Kaffee zu trinken.
00:22:24: Auf die Frage woher sie kämen antwortete einer vom Schau ins Land zwei Mann liegen krank am Berg.
00:22:30: wir sind insgesamt achtundzwanzig Mann.
00:22:33: Nun bat mich Herr Lorenz die Burschen, in das zehn Minuten entfernte Gasthaus zum Hof zu bringen.
00:22:39: Ich schnallte meine Schier an und ging den etwa fünfzehn Jungen voraus – zwei weitere kamen noch dazu, die in einem anderen Bauernhausrettung gesucht aber die Besitzer nicht angetroffen hatten.
00:22:50: Nun hörte man auch die Hilferufe der am Berg zurückgebliebenen, die immer lauter wurden und einem durch Mark und Knochen gingen.
00:22:57: Ich ging den Berg hinauf und traf unterwegs, die auch zwei weitere zur Hilfe eilenden.
00:23:03: Für uns her ging der Landwirt Lorenz, der dann den ersten Verunglückten in den Kaufladen brachte.
00:23:09: Nur durch Zufall fand er etwas hinter uns hergehende Mann einen zweiten erschöpften Burschen im Schnee liegen.
00:23:15: Er trug ihn auf dem Rücken bis der dazukommende Hofvierzohn ihm half, den Verunglügten in einen Bauernhof zu bringen.
00:23:22: Davon hatten wir nichts gemerkt da wir schon weiter vorne waren und durch den heulenden Schneesturm nicht zören konnten.
00:23:28: Schließlich erreichten wir die Engländer!
00:23:30: Zuerst einen Posten, bei dem ein erschöpfter Kamerad lag.
00:23:34: Dann einen weiteren Posten und zwei Erschöpfte bei ihnen.
00:23:37: der Lehrer – er verstand Deutsch!
00:23:40: Um die Verunglückten abzutransportieren, holte ich erst aus dem Kaufladen in Hofs Grund einen Schlitten.
00:23:45: Hier unten war man fieberhaft an der Arbeit den beiden aufgefundenen Durchmassieren-und Armewegungen das Leben zu erhalten.
00:23:53: Ich ging den Schlittentragend sogleich wieder den Bergchen auf.
00:23:57: Meine beiden Hofsgründer-Begleiter hatten etwa eine Dreiviertelstunde von den übrigen entfernt, bei der sogenannten Platzhürst drei Weitrefferunglückte aufgefunden.
00:24:06: Bei ihnen war ein weiterer Mann, der zu Hilfe geeilt war.
00:24:09: Er hatte sich gleich nach acht Uhr als er die ersten Hilferufe vernahm, allein mit seiner Kabitlampe den Weg senkrecht den Berg hinauf auf die Suche begeben.
00:24:19: Die Schüler waren über unsere Hilfe erfreut – wir fuhren nun im schnellen Tempo den Berg runter und konnten aber nicht alle erschöpften mitnehmen!
00:24:26: Uns kam Bernhard Lorenz mit einem Scheinwerfer entgegen und leuchtete unserem Schlitten.
00:24:31: Um etwa zehn Uhr nachts kamen wir im Kaufladen an, wo sich inzwischen noch mehr hilfsbereite Hofsgründer versammelt hatten.
00:24:38: Jeder bekam da seine Arbeit – keiner stand zurück!
00:24:41: Wir gingen mit zwei Schlitten wieder den Berg herauf und luden noch zwei Erschöpfte auf.
00:24:46: So ermöglichten wir Hofs Gründer die doch das Wetter gewöhnt sind mit letzter Kraft die Rettung der Engländer.
00:24:52: Der Lehrer und die Posten gingen zu Fuß hinter uns her.
00:24:55: Von der Halde kam um halb zwölf Uhr nachts ein zufällig dortweilender Arzt.
00:25:00: Auch er leistete alles, was in seinen Kräften stand – aber leider waren vier Schüler schon tot!
00:25:06: Zwei Stunden später traf dann einen Arzt aus Kirchzarten ein sowie Sanitäter und Janda Marie.
00:25:12: Die vier Toten wurden in das Rathaus überführt, die zwei Lebenden gegen morgen nach Freiburg in die Klinik gebracht, wo einer im Laufe des Vormittags starb….
00:25:21: Die übrigen, einundzwanzig Schüler mit Lehrer wurden in Hofskrunt im Gasthos zum Hof verpflegt.
00:25:26: Im Laufe des Samstag-Nachmittags wurden sie auf Schlitten von Hofskrundern gezogen zur Hohen Brücke gebracht – von dort gelangten sie mittels Omnibus nach Freiburg.
00:25:36: Später, da noch nicht alle Schüler von den Toten wussten, wurden diese auch zu Hohem Brücke und von dort nach Freiberg in die Einsägtungshalle auf dem Friedhof überführt wo sie aufgebart wurde bis ihre Säge am Dienstagvormittag nach England befördert wurden.
00:25:50: Freitags fand dort die Beerdigung statt.
00:25:52: Die überlebenden Schüler kehrten auch nach England zurück, sie stammten alle aus London.
00:25:57: in der Zeitung wurde berichtet – Dank an alle Helfer!
00:26:01: Mr.
00:26:01: Kiest, der Lehrer der verunglückten Engländer schrieb dem Allemannen Freiburg den folgenden Brief an die Bevölkerung von Freibürg und hofs Grund als Zeichen des Dankes zu veröffentlichen Es ist unmöglich, auch nur annähernd unser Gefühl der Dankbarkeit gegenüber den Leuten von Hofsgrund und Freiburg in Worte zu kleiden.
00:26:19: Tiefe Dankbarheit erfüllt uns über die uneigennützige Hilfe und das rührende Entgegenkommen, dass sie uns nach dem schrecklichen Unglück bewiesen haben.
00:26:28: Jemals werden wir die übermenschlichen Anstrengungen der Leute von Hofskrunt vergessen können, die alles getan haben um uns in Sicherheit zu bringen und das Leben unserer Kameraden zu retten!
00:26:38: Immer werden wir uns dankbar an all jene freundliche Bemühungen erinnern, mit denen man uns helfen wollte die Schrecken dieser Nacht zu vergessen und die uns ein Land näher brachten das zuvor für uns fremd war.
00:26:51: Mein Direktor hat mich gebeten auch in seinem Namen ihnen allen für diese kameradschaftlicher Verbundenheit den herzlichsten Dank zu sagen.
00:26:58: Kenneth Kiest Das wars.
00:27:04: Ich fand es so schlimm am Anfang als du diesen Brief dann vorgelesen hast wieder die Kinder einfach voll verstreut waren.
00:27:12: Also, der Kiest hat ja komplett die Kontrolle über diese Gruppe verloren.
00:27:17: Immer mehr sind die Schüler dann wahrscheinlich so zusammengebrochen vor Erschöpfung und wurden da offensichtlich auch zurückgelassen.
00:27:27: Und der Kieß hatte eben nicht mehr die Kraft, wahrscheinlich diese Gruppen zusammenzuhalten.
00:27:33: Können wir nochmal kurz zusammenfassen, wenn?
00:27:36: vor Ort hat sich da ja ein Riesenchaos gebildet.
00:27:40: Mitten im Schneesturm bei Winden und Hüftumschnee und Eiseskälte schaffen es irgendwie ein paar Schüler da an die Tür zu klopfen, sich dann dazu verständigen in einer Sprache, die sie nicht sprechen.
00:27:54: und ich denke mal die Englischkenntnisse, die die Deutschen damals gelernt haben sind jetzt auch nicht so ausgereift Und die machen sich aber dann direkt nachdem das.
00:28:05: Geschafft wurde quasi auf den Weg um alle anderen zu suchen treffen, nach und nach irgendwo Schüler auf.
00:28:12: plötzlich macht sich das ganze Dorf gefühlt auf die Suche sieht dann hier zwei Leute dann da drei dann bringen sie sie irgendwie zusammen.
00:28:20: Dann sammeln Sie die und bringen sie irgendwie den Berg dann runter mit Schlitten.
00:28:24: aber es kann ja auch nicht dann jeder genommen werden.
00:28:28: zwischenzeitlich versucht man irgendwie warmzuhalten damit auch irgendwie so in das Leben zu retten.
00:28:35: Also vollkommenes Chaos, dass sich ja letztendlich auch über Stunden zieht.
00:28:39: also wir haben jetzt ja von halb acht Uhr abends bis halb zwölf glaube ich war der letzte.
00:28:45: Das ging ja
00:28:45: ehemalig.
00:28:47: Allein wie der künftige Bürgermeister schon da in diesen Text reingestartet ist mit er war mit Skiern unterwegs für die Rettung hat er dann Schlitten geholt.
00:29:00: Allein dieses Glück, dass dazufällig dann ein Arzt vorbeigekommen ist.
00:29:06: Ich mein fünf Jugendliche sind dabei jetzt ums Leben gekommen oder?
00:29:11: Genau ja richtig also in vier direkt und einer am nächsten Tag im Krankenhaus.
00:29:18: Was ich so dreist an Pfande Ambrie von Kiest Ist das er von einem Unglück gesprochen hat.
00:29:30: Da muss ich mich auch echt kurz zusammenreißen, weil ich wollte dich nicht unterbrechen.
00:29:34: Aber ich dachte mir da geht's noch?
00:29:37: Das war kein Unglück!
00:29:40: Das war dein Versagen!
00:29:42: Kein Ungluck!
00:29:44: Du hattest die Kontrolle, du hattetst die Entscheidung, du hast mehrere Entscheidungen getroffen und es war jedes Mal die falsche Entscheidung.
00:29:54: Mehrere Vorort haben Dich gewarnt.
00:29:57: Mach das nicht... Hier ist das Gelände so und so.
00:30:01: Das Wetter ist so, und
00:30:02: so.".
00:30:04: Hör auf!
00:30:05: Die Leute vor Ort waren ja sogar alle so nett und haben immer Möglichkeiten geliefert.
00:30:10: Hey du könntest doch das machen?
00:30:13: Da es eine Notunterkunft übernachtet da zieht am nächsten Tag weiter.
00:30:19: Jeder hat ein Ausweg geliefert.
00:30:24: Deshalb hat mich das so wütend gemacht als er Unglück geschrieben.
00:30:30: dir wird der weitere Verlauf desfalls überhaupt nicht gefallen.
00:30:34: Ja, weil du verstehst also dieses eine Wort das er benutzt hat wie als würde ihn keine Schuld treffen.
00:30:41: weißt du wie ich malen?
00:30:42: Weil Unglück schiebt es so deine Verantwortung weg.
00:30:50: Bei den toten Schülern handelt es sich um Francis Baudillon zwölf Jahre Peter Ella Camp und Stanley Lyons je treizehn Jahre Und Jack Alexander Eaton und Roy Whittam, je vierzehn Jahre.
00:31:05: Sie waren tatsächlich alle unter den besten Sportlern der Gruppe – zwei davon waren zum Beispiel erfolgreiche Boxer oder sie waren teilweise auch Mitglieder in einer Fußballmannschaft.
00:31:17: Später, gern eben wie wir es gerade gehört haben, alle wieder nach England zurück.
00:31:21: die troten werden überführt.
00:31:22: Der Lehrer bedankt sich.
00:31:24: Vorbei ist das damit allerdings noch nicht denn es bleibt die Frage Wie genau konnte das passieren und was sind die Konsequenzen?
00:31:34: Kies selbst weist jede Schuld von sich zurück.
00:31:38: Er sagte in einem Telefoninterview mit The People, dass das Wetter völlig unerwartet umgeschlagen sei – außerdem war die Stärke des Schneesturms außergewöhnlich.
00:31:48: es sei ein Act of God gewesen also quasi höhere Gewalt nicht in seiner Kontrolle.
00:31:55: Weiter sagt Kies in der Presse Das Wetter am Vortag war hervorragend, da habe er nicht mit einem solchen Wintereinbruch gerechnet.
00:32:03: Aber als das Wetter schlechter wurde, hat er sein Möglichstes getan um die Schüler in Sicherheit zu bringen meint er weiter.
00:32:11: Auch vor einem Untersuchungsausschuss muss sich Kies erklären – dass tut er indem er sagt Grundsätzlich gilt die vorgesehene Strecke als normalerweise kurze Tagestour.
00:32:23: Der Rückweg sei länger gewesen, als die Streckel nach Hofskrunt – deswegen sind sie dann auch eben weitergegangen und nicht umgekehrt.
00:32:30: Die deutschen Stellen hätten außerdem die Einschätzung abgegeben, dass es sich um den schlimmsten Schneestum gehandelt hätte seit vierzig Jahren!
00:32:39: Dass das meiste davon überhaupt nicht zutrifft.
00:32:41: oder wenn es zumindest irgendwie relativieren muss….
00:32:45: Das ist ihm tatsächlich relativ egal... Also es stimmt tatsächlich, dass deutsche Stellen vom schlimmsten Schneesturm der letzten vierzig Jahre gesprochen haben.
00:32:55: Unerwartet wie er das darstellt kam es allerdings nicht.
00:32:59: Der Rückweg war außerdem länger als der Weg nach Hofsgrund ja allerdings nur von den Kilometern her nicht von der Anstrengung durch Erschöpfung oder vor allem durch die Höhenmeter weil wie gesagt es ging ja dann am Ende noch mal relativ steil hoch.
00:33:16: ein weiter Punkt ... dem man da jetzt vielleicht beachten kann, was keine Entschuldigung ist.
00:33:22: Aber was er oder was halt damals dann auch so mehr dieses Mindset erklärt ist... ...was ich eben vorhin schon angedeutet habe,... ...dass der Schulsport im damaligen England anders gestaltet war als jetzt.
00:33:34: Es war üblich junge Menschen bis zur Erschöpfung zu fordern weil sie eben dadurch abgehärtet werden sollen.
00:33:41: Entschuligt allerdings nichts wenn du mich fragst.
00:33:44: Ja ne, save nicht also.... Vor allem, ich komme immer noch nicht darauf klar.
00:33:48: Die Schüler hatten ja teils kurze Hosen an, hast du gesagt?
00:33:53: Die waren dann bis zu ihrer Hüfte im Schnee heißt die müssen ja komplett unterkühlt gewesen sein schon vor dieser letzten Etappe wo sie da nochmal gewarnt wurden.
00:34:07: das hat auch nichts mehr mit abhärten und es geht schon zu tun.
00:34:13: Das ist einfach nur ganz, ganz grob fahrlässig.
00:34:17: Also das hat dann auch nichts mehr mit irgendwie Drill oder sonstigen zu tun?
00:34:23: Ich mein... Das ist einfach nur weiß ich nicht was denen da vielleicht geritten hat ob es da sein Ärgerz war oder keine Ahnung.
00:34:35: deshalb noch mal das was ich vorher schon gesagt habe wenn da vielleicht noch eine andere Lehrkraft dabei gewesen wäre die dann sagen hätte können hey Kießt jetzt reichts.
00:34:47: So wäre vielleicht nicht schlecht gewesen, jemand der noch Verantwortung auch für diese Gruppe gehabt hätte.
00:34:54: Ja.
00:34:54: Weil dieser vertrauen Schüler hat ja nichts zu sagen im Verhältnis zu einer Wehrkraft...
00:34:59: Nein!
00:35:00: Der sollte halt einfach nur ein bisschen mit aufpassen und ihm seitlich reinreden.
00:35:06: Also es gab tatsächlich auch Konsequenzen.
00:35:09: eine Schülervahrt mit Kies die kurz darauf nach Österreich gehen sollte wurde abgesagt.
00:35:15: Wow!
00:35:16: Ende.
00:35:17: Die Vorwürfe gegen Kiest würden tatsächlich fallen gelassen.
00:35:21: Kannst du dir ungefähr vorstellen, warum das Ganze nicht so wirklich aufgeklärt wurde?
00:35:26: Also wir haben jetzt ja schon die Geschichte gehört und die Aussagen wahrscheinlich auch einer der verschiedenen Zeugen sozusagen.
00:35:36: Ja von ihm also bzw.
00:35:39: ja von den Schülern Ja, so halb.
00:35:43: Aber hauptsächlich von ihm.
00:35:46: Ich meine die Ermittler in London hätten ja zum Beispiel die Herbergen-Besitzer fragen können?
00:35:53: Also wir sind tatsächlich jetzt immer noch so direkt... ...in den Tagen nach der Tragödie.
00:36:00: Ah okay!
00:36:00: Noch nicht bei diesem...
00:36:02: Genau also vor allem die Freiburger Staatsanwaltschaft ermittelt dann auch noch.
00:36:06: aber wir sind tatsächlich jetzt oder was es so Präsent macht den Grund, der ist tatsächlich sogar eigentlich am Tag nach dem Unglück.
00:36:19: Da wurde noch nicht wirklich viel ermittelt.
00:36:22: Später wird das dann alles fallen gelassen.
00:36:25: Ja aber der Grund für die fehlende Aufklärung ... Der ist tatsächlich direkt.
00:36:31: Warte mal lass mich mal überlegen jetzt!
00:36:34: Der Grund für diese fehlenden Aufklärungen... Ist mit Kies du irgendwas passiert?
00:36:41: Nee
00:36:42: Das nicht gestorben wird.
00:36:43: Dann werden ja auch die Ermittlungen eingestellt worden?
00:36:45: Ja,
00:36:45: aber nee.
00:36:48: Ich hab's tatsächlich auch schon mal angekündigt diese Folge.
00:36:54: Was haben wir denn bisher noch nicht gesprochen was ich vorhin noch angekünstigt habe?
00:36:59: Ich fühle mich hier wie in der Schule bei einer Ausfrage.
00:37:03: Hast du nicht gelernt oder
00:37:04: was?
00:37:07: Christina hat diese Schulstunde nicht gut
00:37:09: aufgepasst.
00:37:10: Sechs setzen!
00:37:12: Ja sag mal...
00:37:13: Die Nazis nutzen den Fall für ihre Propaganda und um die deutsch-englische Freundschaft zu inszenieren.
00:37:23: Die Nachricht über die Tragödie erreicht die NSDAP Gauleitung in Karlsruhe am nächsten Morgen, der Gau-Leiter informiert daraufhin das Reichsinnenministerium.
00:37:39: Die Freiburger Polizei spricht außerdem parallel mit einem Korrespondenten der British United Press.
00:37:46: So kann man also schon am Tag nach der Katastrophe in England darüber lesen.
00:37:51: Darauf finden dann eben diese ganzen Interviews mit Keats statt, wo er eben sagt dass das überhaupt nicht seine Schuld ist.
00:37:58: Er verstrickt sich dabei auch teilweise in Falschaussagen.
00:38:01: Also er sagt zum Beispiel die Gruppe sei auf Skiern unterwegs gewesen was ja nachweislich nicht stimmt.
00:38:07: Aber wie gesagt, grundsätzlich höhere Gewalt.
00:38:09: Niemand Schuld?
00:38:09: Ja!
00:38:11: Weil das in England aber eben für damalige Verhältnisse so schnell die Runde gemacht hat erkennt der Reichsjugendführer Baldur von Skirach was das Unglück für ein – ich nenn's jetzt mal – Potenzial, dass Deutsche Reich haben kann.
00:38:25: Also schickt er am neunzehnten April also zwei Tage nach dem Ungluck einen Telegramm an den englischen Botschafter.
00:38:34: Soeben erhalte ich die Nachricht von dem schweren Unglücksfall im Schwarzwald der fünf englischen Jungen auf einer Wanderung durch Deutschland.
00:38:44: Das Leben kostete!
00:38:45: Tief erschüttert bringe ich eurer Exzellenz, das herzliche und tief gefühlte Beileid der gesamten deutschen Jugend zum Ausdruck.
00:38:53: Ich habe den Leiter des Auslandamtis der Reichsjugendführung Gebietsführer Schulze beauftragt In meinem Namen und im Namen der deutschen Jugend einen Kranz am Orte der Aufbarung niederzulegen, und angeordnet das Hitlerjugend des Gebiets Baden an den Bahren der Toten eine Ehrenwache bis zur Überführung in die Heimat stellt.
00:39:11: Gezeichnet Baldur von Schierach Und so nimmt dieses man kann fast schon Schauspiel sagen seinen Lauf Was natürlich kießt an sich nur zu guter kommt weil er sich darin fast sogar als eine Art Held inszenieren kann.
00:39:27: Die überlebenden Reisen am einundzwanzigsten April wieder ab.
00:39:31: Zuvor werden die fünf Totenschüler in der Einsegnungshalle des Freiburger Hauptfrittofs aufgebahnt und das sieht dann wie folgt aus, jetzt bekommst du ein Bild?
00:39:42: Also ich finde das Bild irgendwie ganz schrecklich.
00:39:45: also da sind ja diese fünf Serge wo die fünf jungen Jungs drin liegen nämlich mal an man sieht es nicht aber Da sind auch sehr viele Hakenkreuze.
00:40:02: Also man kann sich das so vorstellen, hinten an der Wand hängen zwei Flaggen einmal die von Großbritannien und einmal die Haken Kreuzflange.
00:40:15: dann ist da noch ein Kreuz viele Kerzen dann darunter eben die Särge vorne auch noch einen großer
00:40:23: Blumenkranz
00:40:25: wieder mit Hakenkreuzen versehen Ja.
00:40:30: Und?
00:40:32: Da nehme ich an, sind es junge Männer von der Hitlerjugend oder die da eben Ehrenwache, hieß es ehrenwacher halten also ein sehr bedrückendes Bild auf jeden Fall.
00:40:45: Also ja, ich find's auch total bizarr irgendwie da die die Hitlerjugende mit ihrer Ehrenwache.
00:40:53: dahinter dann diese Inszenierung Hakenkreuz Union Jack so
00:41:01: Ja.
00:41:01: Ich finde, es macht das noch so viel tragischer, dass der Tod der fünf Jugendlichen dann auch noch instrumentalisiert wurde.
00:41:14: Voll
00:41:15: mehr!
00:41:16: Außerdem lässt Kiest sich und die anderen Schüler auf Einladung der Freiburger eines DHP zu einem Ausflug an den Kaiserstuhl und nach Breisach fahren.
00:41:26: Er begründet das damit, dass die Schüler auf andere Gedanken kommen sollen.
00:41:30: Außerdem wurde ein Fußballspiel organisiert.
00:41:34: Natürlich wird das alles dann auch fotografiert und in der Presse berichtet.
00:41:39: Damit wird dieses Unglück und die Trauer mit der deutsch-britischen Verbundenheit verknüpft.
00:41:45: Die Schlagzeilen lauten unter anderem betrauert von zwei Nationen Und das spiegelt sich bei der Überführung der Särge wieder.
00:41:55: Zum Hauptbahnhof gibt es eine Parade unter dem Geleit von nationalsozialistischen Formationen am Straßenrand.
00:42:01: Außerdem wurden zwei Sonderwaggons der Reichsbahn bereitgestellt, die natürlich auch entsprechend geschmückt waren – u.a.
00:42:09: mit Fahnen und Grenzen, einer davon vom Reichsführer Adolf Hitler höchstpersönlich.
00:42:16: Dazu geleiten zwanzig Freiburger Hitler-Jungen die Serge und die Überlebenden bis zur Reichskränze in Aachen.
00:42:22: An jedem größeren Bahnhof sind HJ-Formationen angetreten, um die toten Kameraden wir es heißt zu grüßen.
00:42:30: Außerdem werfen Menschen Süßigkeiten in die Fenster des
00:42:32: Zuges.".
00:42:34: Du schaust so böse?
00:42:36: Ja aus den Gründen, die ich vor genannt habe weil dieses Instrumentalisieren finde ich halt einfach schrecklich und dass der Lehrer da null zur Verantwortung gezogen wird außer das er ein paar Wochen nicht nach Österreich fahren darf.
00:42:50: Also, ja ich bin gerade einfach sehr mitgenommen irgendwie.
00:42:56: Gerade in diesem geschichtlichen Kontext halt auch das macht die Sache schon sehr viel schlimmer.
00:43:01: aber ich gehe mal davon aus dass heute wenn sowas passiert dass da auch gescheit ermittelt worden wäre.
00:43:08: Dieser Propagandereffekt zeigt aber auf jeden Fall Wirkung.
00:43:11: In fast allen führenden europäischen Tageszeitungen werden die Bilder der Ehrenwache nachgedruckt.
00:43:17: Auch dazu habe ich noch ein weiteres Bild.
00:43:21: Ja, also ich meine der Artikel lässt die Deutschen schon in einem guten Licht dastehen.
00:43:27: Also gut man sieht jetzt ja nur die Überschrift und die Unterschrift sozusagen aber ich mein der Artikel In britischen Zeitungen wurde er wahrscheinlich abgedruckt.
00:43:38: Der zeigt ja schon hey die Anteilnahme der deutschen ist sehr groß nach diesem Unglück.
00:43:46: Anführungszeichen So die Trauer in Deutschland ist offenbar groß, wenn fünf britische Jungs ums Leben kommen.
00:43:58: Ja genau und da sieht man ja auch noch mal hier wie die Autos dann quasi von Leuten... Ah ja
00:44:03: sorry ich hab das Bild gar nicht beschrieben, gell?
00:44:08: Oh Mann!
00:44:12: Genau, da sind praktisch zwei Bilder.
00:44:15: Einmal oben links das Bild erkenne ich ein bisschen schlechte Qualität aber auch nicht so gut.
00:44:22: Ja, ich kenn's auch nicht gescheitert.
00:44:24: Ich glaube da werden gerade die Särge getragen.
00:44:27: Gut, ich glaub das untere Bild ist eh das wichtigere Bild sag' ich mal... Da is so ein Trauerzug auf jeden Fall zu sehen mit echt vielen Menschen.
00:44:35: also dieser Trauerzug erscheint zumindest auf diesem Bild ziemlich lang mit schwarzen Autos und zahlreichen Menschen die neben den Autos herlaufen.
00:44:47: Übrigens könnt ihr auch die ganzen Bilder nochmal bei uns auf Instagram nachschauen.
00:44:53: Bei Schatten und Skandale, da könnt ihr euch noch schreiben wenn ihr irgendwie Anmerkungen habt oder ein neues Thema.
00:44:59: Stimmt!
00:44:59: Ja, wollte ich nur mal kurz gesagt haben.
00:45:03: Wegen dieser Darstellung gibt es ein juristisches Nachspiel eben nicht.
00:45:08: Es wurde zwar ermittelt allerdings kam es nie zu einem Prozess.
00:45:12: Das würde auch das ganze Ding irgendwie ein bisschen untergraben.
00:45:15: Im Vorfeld einer Sitzung des Untersuchensausschusses, des Londoner Stadtrats schreibt der Chef der Konsularabteilung des Außenministeriums folgendes.
00:45:25: Unter den gegebenen Umständen schlägt er Generalkonsul in Frankfurt vor und Mr.
00:45:30: Iden – also der Außenminister stimmt dem zu – sollte den gegenwärtigen Beschuldigungen gegen Mr.
00:45:36: Kiest keinerlei Wichtigkeit beigemessen
00:45:38: werden.".
00:45:40: Also das wird quasi darin... gesagt, dass alles doch gegen ihn fallen gelassen werden soll und das man es nicht untersuchen soll.
00:45:51: Es bringt dann auch nichts, daß der Freiburger Oberstaatsanwalt seine Ermittlungsergebnisse nach London übersendet – darin stehen eben diese ganzen Warnungen die Kies ignoriert hatte.
00:46:02: Außerdem wird dem Lehrer darin vorgeworfen, dass die Schüler schneller in Sicherheit gewesen wären wenn er eine Karte im Maßstab eins zu fünfzigtausend gehabt hätte wie sie vom Schwarzwaldverein vorbereitet und herausgegeben.
00:46:14: Unter Umständen hätten die Kinder also selbst nur damit auch überleben können.
00:46:20: Aber wie gesagt, es wurde ja alles ignoriert.
00:46:22: er hat alles abgelehnt.
00:46:24: einer kämpft gegen diese offizielle Darstellung nämlich John Eaton der Vater des umgekommenen Jack Alexander Eaton.
00:46:32: Der benennts sich übrigens nach dem Unglück auch um und nimmt den Namen seines Sohnes an.
00:46:37: Also Jack Eaton.
00:46:40: Er glaubt das alles nicht.
00:46:41: Er reist deswegen mehrmals nach Freiburg, wandert die Strecke nach, befragt Zeugen, rekonstruiert das Unglück und findet so eben auch Bestätigungen für seinen Verdacht.
00:47:03: Dazu hab ich noch mal ein kleines Bild mitgebracht.
00:47:12: Das ist jetzt nicht das ... alle Aussagekräftigste, aber es ... das wollte ich auch noch irgendwie mit einfügen.
00:47:19: Wie gesagt, ihr seht's auf Instagram dann checkt auch so'n bisschen was ich damit meine?
00:47:24: Ich denke, dass is ein Protestbild von dem Vater, ne?
00:47:29: Von dem Iden.
00:47:30: Genau.
00:47:30: Ja.
00:47:31: Da steht drauf The Black Forest Ratchety.
00:47:35: George Keyes with my son's death Also Belangt Kies mit dem Tod meines Wohnes, oder?
00:47:45: Also das war quasi so einer dieser öffentlichen Aufrufe um Kies dem doch noch vor Gericht zu stellen.
00:47:51: Ja aber noch ganz kurz und das habe ich mir auch schon die ganze Zeit gedacht warum macht da Großbritannien denn auch so mit?
00:47:59: weil Die Familien der Opfer fordern doch auch Aufklärung.
00:48:04: also dass sich Deutschland gut darstellen wollte Verstehe ich.
00:48:11: Aber warum lässt sich da Großbritannien auch so reinziehen?
00:48:14: Warum stellen sich die sofort den Lehrer, weißt du, wie ich meine?
00:48:18: Um selber dann die außenpolitischen Beziehungen hochzuhalten und sich gutzustellen.
00:48:23: Und sich hier ein paar Jahre eher ledigt.
00:48:26: Das weiß man ja noch nicht!
00:48:28: Eben auch hier dieses Protestplakat bringt nichts.
00:48:32: Politisch ist das unerwünscht und auch die anderen Eltern der Todesopfer schließen sich ihm nicht an.
00:48:38: Also stirbt Jack Eaton Anfang der nineteen sechziger Jahre, ohne je Gerechtigkeit für seinen Sohn bekommen zu haben.
00:48:46: Wenn wir jetzt mal auf die Geschichte schauen was du ja gerade schon gesagt hast... Insgesamt sind diese ganzen Propaganda-Bemühungen aber eigentlich umsonst.
00:48:55: Zwei Jahre später im Oktober neunzehntunddreißig sollte das Engländer Denkmal eröffnet werden dass die Hitlerjugend am Ort der Tragödie erbaut hat.
00:49:04: Aber die Einweihung wurde zuerst verschoben und dann ganz zu den Akten gelegt Denn es war schon klar, dass es bald zum Krieg mit England kommen würde.
00:49:13: Das Engländer-Denkmal bleibt allerdings bestehen.
00:49:16: und jetzt versprochen das letzte Bild...
00:49:19: Dieses Denkmal wurde auf jeden Fall auf einer Aussichtsplattform errichtet.
00:49:23: dahinter sieht man eine Bergkette zu diesem Denk mal.
00:49:30: da stehen zwei Säulen.
00:49:32: sozusagen würd ich jetzt mal behaupten Und dann liegt ein Stein drüber und der schaut bisschen aus wie so'n Dach.
00:49:39: Ich hab das jetzt tatsächlich, ich weiß nicht ob das so gedacht war aber mit Stonehenge verknüpft.
00:49:45: Dass es deswegen quasi Engländer denkt.
00:49:47: mal also weil das für mich so aussieht wie so ein Teil von Stonehenges.
00:49:51: Aber keine Ahnung ob das Zufall ist oder ob das So gedacht war.
00:49:56: Es gibt tatsächlich auch eine Inschrift aber die sieht man jetzt da nicht.
00:50:01: in dieser Inschrift nennt das Denkmal Die gestorbenen Jungen Nicht allerdings die Hofsgrunderrettung.
00:50:09: Außerdem hat Jack Eaton ein kleineres Kreuz für seinen Sohn aufstellen lassen und die Eltern der überlebenden Kinder haben eine Tafel in der Kirche gestiftet.
00:50:18: Darauf danken sie den Menschen, die den Schülern geholfen haben auch eben unter Einsatz ihres eigenen Lebens bei dem Sturm.
00:50:28: Man kann sich also jetzt heute noch quasi an drei verschiedenen Stellen nicht darüber informieren aber man sieht das Diese Tragödie ja auch noch so Nachwirkungen auf.
00:50:40: heute hat quasi.
00:50:42: Einmal für die Verstorbenen, für die Leute, die da leben als Dank und einmal ein Traum der Vater – ich finde diese Symbolik auch irgendwie ein bisschen krass!
00:50:51: Ich habe davon noch nie was mitbekommen tatsächlich... Aber ja, ich meine, die Leute davor Ort haben sich echt….
00:50:58: Also wie du ja gerade gesagt hast, für sie war es ja auch gefährlich dann noch rauszugehen.
00:51:02: Ich glaube, der künftige Bürgermeister ... der den Text ja auch geschrieben hat, der dachte sich wahrscheinlich auch nur... ..."Hey jetzt fahre ich noch schnell einkaufen bevor ich vielleicht eingeschneit werde oder keine
00:51:12: Ahnung.".
00:51:13: Ja er war mit Stieren unterwegs also er war das Ganze gewöhnt aber er sah halt schneller den Berg runter oder keine ahnung.
00:51:21: Das wars jetzt tatsächlich mit meinem
00:51:23: Fall.
00:51:25: Ich fand die Geschichte tatsächlich auch sehr interessant und frustrierend vor allem sobald Nazis in irgendwelchen Skandalen vorkommen oder so.
00:51:39: Das nimmt mich immer noch mal irgendwie auf eine andere Art und Weise mit, ich weiß nicht ...
00:51:46: Ja vor allem weil du ja irgendwie also bei mir ist zumindest so klar man hat dann den Krieg und wie viele Menschen da ermordet wurden aber dann auch ebenso diese.
00:51:58: Ich will es gar nicht Nebeneffekte nennen Aber was halt durch die Propaganda dann eben dann auch noch vertuscht wurde alles möglich Finde ich es einem gar nicht so bewusst, wenn man solche Fälle wie die nicht hört.
00:52:11: Ja genau das fällt dann ja voll oft unter ein Tisch.
00:52:14: Ich meine was auch logisch ist weil klein der Schule bekommt man halt viel über den Holocaust natürlich vor allem beigebracht was ja super wichtig ist.
00:52:24: aber ja ich finde es immer so niederschmetternd irgendwie.
00:52:27: ansonsten fand ich das aber sehr interessant zu hören.
00:52:32: Was natürlich auch frustrierend ist, dass der Lehrer nie zur Rechenschaft gezogen wurde.
00:52:37: Also er hat ja mutwillig das Leben seiner Schüler auf Spiel gesetzt und ist ohne Strafe davon gekommen.
00:52:44: Und dann hat er sich noch so hingestellt, oh, er ist so arm dran!
00:52:47: Er konnte gar nichts dafür.
00:52:49: Blah, blah ... Das ist halt auch ...
00:52:52: Frustrierend.
00:52:53: Das hab ich jetzt oft gesagt?
00:52:54: Ja,
00:52:55: aber es ist so.
00:52:57: Ja, genau.
00:52:58: Aber sonst... Ich meine, wir wohnen davon ja auch gar nicht so weit weg.
00:53:02: Deshalb wundert es mich, dass ich da irgendwie noch nicht bekommen habe auf jeden Fall.
00:53:06: Ja.
00:53:07: Ich hab tatsächlich von diesem Fall schon vor einem Jahr das erste Mal gehört ... Da war ich nämlich mit meiner Familie in Freiburg und da waren wir eben auch dann einen Tag in den Bergen... Und da hat mein Dad mir von diesem fall erzählt, deswegen schaut out!
00:53:21: Wie begrüßt er?
00:53:23: Als dann die Eischel Güldes Thema vorgeschlagen hat, dachte ich mir ganz genau, welchen Fall ich mache.
00:53:30: Habt ihr dann auch so eine Inschrift angeschaut?
00:53:32: Nee,
00:53:32: das hat er mir tatsächlich einfach erzählt.
00:53:35: Er kannte den Fall und wir waren jetzt nicht bei diesem Denkmal.
00:53:38: eben aber kam einfach so als Gesprächsthema auf.
00:53:43: Hat er gemeint zu hey, ihr startet ja den Podcast, so hast du davon schon mal gehört.
00:53:49: Das war cool.
00:53:51: Nächstes Thema.
00:53:52: Dadens die Johanna tatsächlich über Mail Ein Thema geschickt, weil wir haben ja nicht nur Insta, sondern ihr könnt uns auch über Mail erreichen.
00:53:59: Das steht alles in den Show Notes.
00:54:01: und zwar hat sie vorgeschlagen, Thema Fliegen.
00:54:06: also da bist du dann in zwei Wochen wieder dran mit einem weiteren Skandal.
00:54:11: richtig
00:54:12: bin ich schon gespannt was du dir da aussuchst.
00:54:14: mir fällt jetzt beim ersten Überlegen.
00:54:17: Da fallen mir tatsächlich mehr True Crime Fälle ein als Skandale.
00:54:20: aber...
00:54:20: Ich hab schon einen
00:54:22: keine
00:54:22: Sorge.
00:54:23: gibt's so'n Tipp?
00:54:24: Das fragst du mich ja, sonst immer oder oft.
00:54:30: Es blüht so eine Prange
00:54:31: gestellte.
00:54:31: Es geht um Flugzeuge!
00:54:33: Ah okay also es bleibt spannend.
00:54:34: Also würde ich sagen schaltet in zwei Wochen wieder einer Wunderbärchen
00:54:48: Schatten und Skandale Ein True Crime-Skandal Podcast mit Christina Merkel und Nikolas Pinkanei.
00:55:02: Verblöffende Geschichten Schockierende Verbrechen Und skandalöse Enthüllungen aus aller Welt.
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